Kommunalwahlen
Die Komitatsversammlungen werden überall von den Regierungsparteien dominiert; die Liste Fidesz-KDNP gewann in fünf Komitaten sogar mit absoluter Mehrheit. Foto: MTI/ Zoltán Balogh

Kommunalwahlen

Komitate bleiben orange

In den Komitaten hat der Fidesz wie zuvor abgeräumt. In manchen Provinzhauptstädten wechselt jedoch die Farbe des Oberbürgermeisters.

Die Komitatsversammlungen werden überall von den Regierungsparteien dominiert; die Liste Fidesz-KDNP gewann in fünf Komitaten sogar mit absoluter Mehrheit. Das sind Vas, Somogy und Tolna im Westen und Süden des Landes sowie Nógrád und Szabolcs-Szatmár-Bereg im Norden. In Szabolcs legte der Fidesz mit 54,5% ein Rekordlistenergebnis vor.

In Budapest fiel der Sieg mit nur etwas mehr als 33% am magersten aus. Gegenüber 2019 konnte der Fidesz bei diesen Kommunalwahlen Baja (mit 48%), das zerstrittene Eger (mit nur 36%), Miskolc (mit 40%) und Salgótarján (mit 46,5%) sowie den 1. Stadtbezirk von Budapest hinzugewinnen, verlor jedoch auf der anderen Seite Győr, Szolnok, Nagykanizsa und in der Hauptstadt den 12. Stadtbezirk.

Einbetonierte Bürgermeister

Als OB einbetoniert sind auf Seiten des Fidesz András Cser-Palkovics, der Székesfehérvár mit mehr als 74% (!), und Zoltán Balaicz, der Zalaegerszeg mit 73% ebenso überzeugend gewann, wie Ádám Hernádi in Esztergom triumphieren konnte (70%). Aus dem anderen Lager dominieren der von einer breiten Opposition getragene frühere Sozialist László Botka (68%) in Szeged, Tamás Pintér in Dunaújváros (ebenso 68%) und András Nemény (vereinte Linke) in Szombathely (65%).

Unter den „Provinzfürsten“ ist der OB von Székesfehérvár, András Cser-Palkovics (r.), seit Jahrzehnten eine sichere Bank für den Fidesz. Foto: Facebook/ András Cser-Palkovics

In der zweiten Reihe der „Provinzfürsten“ finden sich Péter Márki-Zay, der frühere Spitzenkandidat des Oppositionsbündnisses zu den Parlamentswahlen 2022, der Hódmezővásárhely mit 55% ähnlich mühelos hielt, wie Károly Szita (Fidesz-KDNP) Kaposvár beherrscht (52%).

Knappes Rennen in Győr

Am spannendsten ging es in Győr zu, wo sich der von einer Bürgerinitiative, unterstützt von LMP und Momentum ins Rennen geschickte Bence Pintér mit weniger als 500 Stimmen Vorsprung und kaum mehr als 31% gegen den amtierenden Fidesz-OB Csaba András Dezsi (30%) und den früheren Fidesz-OB Zsolt Borkai (27%) durchsetzen konnte.

Im Ringen um den Titel eines Oberbürgermeisters wurde es in Győr besonders spannend, wo am Ende Bence Pintér (M.) mit weniger als 500 Stimmen Vorsprung die Nase vorn hatte. Foto: Facebook/ Bence Pintér

Lesen Sie zum Wahlausgang auch die Analyse des Deutsch-Ungarischen Instituts am MCC aus der Feder von Direktor Bence Bauer!

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