Foto: Závecz Research

Sonntagsfrage

Kleine Parteien in Not

Sowohl hinter der Tisza-Partei als auch hinter dem Fidesz reihen sich immer mehr Sympathisanten auf.
6. November 2025 9:07

Zu dieser Erkenntnis gelangte das Závecz-Institut, das nach der jüngsten Meinungsumfrage von Ende Oktober landesweit rund 2,8 Mio. Menschen hinter der Tisza und 2,3 Mio. Menschen hinter dem Regierungslager sieht. Beide Lager hätten unter allen Wählern seit dem Sommer jeweils drei Prozentpunkte zugelegt. Wären am kommenden Sonntag Wahlen, würde die Oppositionsbewegung von Péter Magyar mit 48% klar die Nase vorn haben, Fidesz-KDNP kämen auf 37%. Neben der rechten Mi Hazánk hätten noch die DK und die Satirepartei MKKP aus dem linksliberalen Lager  Chancen auf einen Einzug ins nächste Parlament. Der Anteil unsicherer Wähler ist auf 22% gesunken.

Unter den sicheren Wählern gewinnen die beiden großen Formationen immer mehr Ungarn für sich, für alternative Parteien würden sich aktuell nur noch 15% der Wähler entscheiden. Eine hohe Wahlbeteiligung – die in einer aufgeheizten innenpolitischen Stimmung wahrscheinlicher ist – würde es den kleinen Parteien erschweren, die 5%-Hürde zu meistern.

Závecz verweist auf einen vermeintlichen Widerspruch, wonach im Oktober wieder relativ mehr Befragte davon ausgingen, dass der Fidesz die Wahlen 2026 gewinnen wird. Bei einer ähnlichen Umfrage vor vier Monaten schätzten die Wähler die Chancen Fidesz kontra Tisza noch ungefähr ausgeglichen ein. Nun trauen der Tisza nur noch 34% den Sieg zu, beim Fidesz sind es 38%, während das Lager der unsicheren Wähler in dieser Frage auf 25% zugenommen hat. Die Meinungsforscher erklären dies mit einer größeren Zuversicht im Fidesz-Lager, wo gleich 88% der Befragten der Orbán-Regierung zutrauen, sich bei der fünften Parlamentswahl in Folge zu behaupten. Im Tisza-Lager glauben ähnlich selbstbewusst nur 77% an den Wahlsieg der eigenen Partei. Unter den Anhängern der übrigen Oppositionsparteien liegt die Tisza in dieser Frage vorne, bei den „Parteilosen“ dominiert wiederum der Fidesz.

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