OB Gergely Karácsony (l.) unterschreibt Anfang März mit dem Bürgermeister des 18. Stadtbezirks Dokumente, um eine Straßenbahnlinie zu verlängern. Im Hintergrund prangt die Ansage: „Wir bauen Budapest gemeinsam, auch im Gegenwind.“ Foto: Sozialmedien/ Gergely Karácsony

Budapest

Kann die Linke nur Misswirtschaft?

Die Hauptstadt wird unter OB Gergely Karácsony in die Pleite geführt, dabei profitiert Budapest enorm von der örtlichen Gewerbesteuer. Die regierungsnahe Tageszeitung „Magyar Nemzet“ ließ sich Wirtschaftszahlen, mit denen diese Aussage untermauert wird, von Experten analysieren.

Das Nézőpont-Institut zeigte auf, dass die Einnahmen der Hauptstadt aus der örtlichen Gewerbesteuer (IPA) in diesem Jahr voraussichtlich 85% höher liegen werden als im Jahre 2019, dem letzten Amtsjahr von OB István Tarlós. Der Vorgänger von OB Gergely Karácsony konnte zuletzt mit rund 165 Mrd. Forint arbeiten, der linksliberalen Stadtführung standen im vergangenen Jahr bereits etwa 100 Mrd. Forint mehr zur Verfügung, und im laufenden Jahr könnten daraus sogar gut 300 Mrd. Forint werden.

Mehr als tausend Milliarden Forint

Über den fünfjährigen Zyklus gerechnet durfte und darf Budapest aus seiner wichtigsten Einnahmequelle mit mehr als 1.050 Mrd. Forint (zum aktuellen Umtauschkurs knapp 2,7 Mrd. Euro) wirtschaften. (Die IPA-Gesamteinnahmen der Hauptstadt klettern 2024 sogar auf 560 Mrd. Forint, doch 46% des Gesamtbetrags stehen den Stadtbezirken zu.) Das Nézőpont-Institut hat zugleich ermittelt, einen dermaßen dynamischen Anstieg der IPA-Erlöse um 85% habe keine andere ungarische Stadt zur gleichen Zeit verbuchen können. Dennoch sah sich die linksliberale Stadtführung 2023 zu einem Sparpaket von 25 Mrd. Forint genötigt, um nicht Bankrott anmelden zu müssen.

Kleinlaute Hinweise

Die „Magyar Nemzet“ wollte mit diesen Zahlen belegen, dass sich Budapest unter den Linken in schlechten Händen befindet. Allerdings hätte ein seriöses Forschungsinstitut für eine realistischere Betrachtung neben den Einnahmen auch die Kostenentwicklung unter die Lupe genommen. Das Nézőpont-Institut beschränkte sich kleinlaut auf den Hinweis der Inflation. Mit keinem Wort erwähnt wurden jedoch Faktoren wie die Solidaritätssteuer, mit der die Orbán-Regierung in diesem Zyklus allein rund 200 Mrd. Forint von der reichen Hauptstadt abschöpft, um mehr Geld für den ländlichen Raum zu haben. Gegenüber der Amtszeit von István Tarlós hat sich diese Steuer allein verzehnfacht.

Noch mehr Geld für Propagandazwecke

Man kann die annähernd 1.100 Mrd. Forint der örtlichen Gewerbesteuer aber auch in eine ganz andere Relation setzen, so wie es OB Gergely Karácsony kürzlich tat. Demnach hat die Regierung für Propagandazwecke seit 2015 insgesamt 1.360 Mrd. Forint aufgewendet. Diese Summe übertrifft selbst noch die IPA-Erlöse der reichen Hauptstadt, wenngleich über einen längeren Zeitraum gestreckt.

33 Antworten auf “Kann die Linke nur Misswirtschaft?

  1. Ob die sogenannte “Linke” nur Misswirtschaft kann, wissen wir nicht.

    Was wir aber wissen, ist, dass diese “Linken” mit Links sein nichts zu tun haben, sondern eher dafür bekannt sind, Absolventen des WEF-Programms “Young Global Leaders”, also Absolventen eines von Oligarchen finanzierten Programms für führende Politiker zu sein, die darauf vorbereitet werden, die Politik in ihren Ländern in die von Oligarchen gewünschte Richtung zu lenken und Hindernisse der Geschäftsinteressen dieser superreichen Konzernlenker aus dem Weg zu räumen.

    Und diese Aufgabe erfüllen diese sogenannten “Linken”, die in Wirklichkeit Wasserträger des Großkapitals sind, m.E. ziemlich gut.

    “YGL” findet man in DE z.B. bei den Grünen, der SPD, CDU, FDP und DIE LINKE. Sie stellen mit wenigen ausnahmen die Präsidenten in so gut wie aller EU-Länder und darüber hinaus in den zumeist westlich orientierten Ländern der Welt. Sie sind der verlängerte Arm der globalen Macht der milliardenschweren Oligarchen der Erde.

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    1. Ja Herr Rieger ? Die “Explosion” der Energiekosten hat was mit den Sanktionen zu tun. Und ? War Ungarn für oder gegen die Sanktionen ?
      Und was hat Ungarn alles auf die Beine gestellt um den Aufprall zu mindern ?
      Was wollen Sie nun eigentlich konkret machen ?
      Dieses sinnlose Gemecker, bloß um an die Macht zu kommen, geht mir auf den Senkel.

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    2. Herr Rieger “Ausserdem sind die Ausgaben im Bereich Energie explodiert. Das wirkt sich natürlich bei jeder Kommune in der Kasse aus..”

      Dieses Thema beschäftigt auch Deutschland und ist nicht speziell Ungarn anzulasten.
      Ein aktueller Artikel in der Berliner Zeitung schreibt “Strompreis in Deutschland: Für Industrie fast viermal so teuer wie in den USA”.
      Quelle und nähere Informationen:
      https://www.berliner-zeitung.de/wirtschaft-verantwortung/energiekrise-vorbei-industrie-widerspricht-habeck-wir-stecken-in-einer-manifesten-krise-li.2198321

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  2. Frau Koch ! Zum Gemecker, bei uns haben sich die Energiekosten verdreifacht, das können Sie nicht an den Kunden weitergeben. Die Löhne habe ich aufgrund der Inflation ebenfalls 2023 dreimal angepasst. Das geht ebenfalls nicht an den Kunden. Was bleibt ? Laden dichtmachen. Das hat wenig mit den Sanktionen zu tun. Und der Eingriff der Politik in die Wirtschaft, hat bestenfalls den Gegeneffekt ausgelöst. Ich habe für meine Arbeitnehmer auch eine soziale Verantwortung. Einfach hire and fire, ist mir zuwider. Aber der muss ich auch gerecht werden können, wenn am Ende nix mehr übrig bleibt, gibts auch nix mehr zu verteilen.

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    1. Alles richtig, was Sie schreiben, Herr Rieger. Nur dass das nichts mit den Sanktionen gegen Russland zu tun haben soll, passt da nicht ins Bild.

      Schließlich bedeuten die Sanktionen u.a., dass keine billige Energie aus Russland mehr in die EU importiert werden darf. Klar dürfte auch sein, dass uns diese Sanktionen von den USA aufgezwungen wurden. Um NS2 zu stoppen, musste diese sogar gesprengt werden. Wer wiederum den USA diese Politik aufzwingt, lassen wir mal beiseite.

      Das Energie dann teurer wurde, war jedenfalls insofern logisch, dass es ausser Russland keine günstigen Alternativen für die Lieferung billiger Energie gab. Um so weniger kann ich nachvollziehen, warum Sie meinen, das hätte nichts mit den Sanktionen zu tun.

      Dass nun, nachdem die überaus günstigen Lieferverträge mit Russland einseitig vom Westen aufgekündigt wurden, Russland die Preise anhebt, ist doch ein ganz normaler und erwartbarer ökonomischer Prozess. Das sind die Regeln unseres eigenen Wirtschaftssystems.

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      1. Der (schlechte) Witz dabei ist ja, dass trotzdem Energie aus Russland in die EU importiert wird, nur sehr viel teurer, über mehr oder weniger verdeckte Handelsrouten, wobei da natürlich Zwischenhändler ins Spiel kommen, die alle kräftig absahnen wollen. Sie wissen ja, je mehr Zwischenhändler, um so teurer wirds.

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        1. Richtig, aber mit sehr deutlichen Abschlägen, die Ungarn nicht nur nicht bekommt, sondern zusätzlich noch deutlich mehr bezahlt. Das geschieht ganz offen, nicht nur verdeckt.

          Dabei machen auch Zwischenhändler und der Endabnehmer einen Deal, in etwa so, wie bei der Schwarzarbeit, wo sich beide Seiten die nicht gezahlten Steuern teilen. Der Preis ist jedoch nie höher, als der Endpreis bei Brent, der teuersten Sorte, damit niemand fragt.

          Konkret (Stand Januar 2024):

          Russisches Öl pro Barrel kostete im Januar 2024 62,99 Dollar (Brent lag damals bei etwa 80 Dollar). Zudem ist der Preisabschlag von russischem Öl gegenüber der europäischen Rohölmarke Brent gewachsen. Also ein gutes Geschäft für Zwischenhändler.

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          1. Ein sehr negativer Effekt bei russischem Gas ist dem massiven Rückgang der Gasexporte geschuldet. Einerseits kamen die Lieferungen in vormals verbündete Länder wie Deutschland zum Erliegen. Andererseits sei die russische Wirtschaft zwar stärker mit China und Indien verbandelt, wohin mehr Energie denn je fließt. Jedoch seien diese Geschäfte aufgrund von Preisnachlässen mit weniger Einnahmen verbunden – die Rede ist von 65 Prozent Einbußen.

            Wie Bloomberg ausführt, belaste 2023 ein weiterer Punkt den russischen Staatshaushalt: Staatliche Subventionen in Höhe von umgerechnet rund 30 Milliarden Euro an die Ölindustrie. Trotz der Anreize seitens Russlands sei im Zuge dessen eine Treibstoffknappheit entstanden, die insbesondere die Landwirtschaft vor Probleme stellt.

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            1. Mit dem Ukraine-Krieg sind die Energiepreise hochgeschnellt. Strom kostete zwischenzeitlich fast dreimal so viel wie vorher, Gas wurde teils sogar um das Achtfache teurer und genau zu dem Zeitpunkt hat Ungarn zugeschlagen. Mittlerweile hat sich die Kostensituation für die Verbraucher aber entspannt.

              Strom in Deutschland:

              Nach dem sprunghaften Anstieg mit dem Ausbruch des Krieges in der Ukraine im Februar 2022 haben sich die Energiepreise in Deutschland wieder auf dem Vorkrisenniveau eingependelt. Das geht aus aktuellen Daten des Vergleichsportals Verivox hervor, darüber berichtete das das Handelsblatt.

              Den Daten zufolge beträgt der durchschnittliche Preis je Kilowattstunde bei Neuverträgen Anfang März dieses Jahres 25,6 Cent. So niedrig waren die durchschnittlichen Kosten für eine Kilowattstunde zuletzt Anfang Juni 2021. Der Höchststand lag laut Verivox Ende September 2022 bei 70,2 Cent.

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    2. An Herrn Rieger,
      “Frau Koch ! Zum Gemecker, bei uns haben sich die Energiekosten verdreifacht, das können Sie nicht an den Kunden weitergeben. Die Löhne habe ich aufgrund der Inflation ebenfalls 2023 dreimal angepasst. Das geht ebenfalls nicht an den Kunden. Was bleibt ? Laden dichtmachen.”
      Dieses Problem haben Sie schon mehrfach an anderer Stelle formuliert.
      Erstens die Frage: wieviel Energie benötigt denn ihr Betrieb ? Und können Sie an einem anderen Standort besser arbeiten und Arbeitnehmer dort glücklich damit machen, dass sie überhaupt einen Job haben. Fakt ist dass auch in D. Firmen reihenweise schliessen, sowohl die energieintensiven, aber auch Zulieferer.
      Desweiteren sind in Ungarn ausländische Milliardeninvestitionen damit verbunden, dass gute Löhne bezahlt werden. Der Staat braucht diese Investitionen und die Steuern. Ich verstehe, dass nicht jeder Betrieb mit diesen Löhnen mithalten kann. Möglicherweise kann man auch innerhalb von Ungarn den Standort wechseln nach 20 Jahren.

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  3. Die Wahrheit ist, die Energiepreise (Öl und Gas) auf den Weltmärkten sind schon sehr lange wieder auf das Vorkriegsniveau gefallen.

    Für Gas waren die Preise auf dem Weltmarkt letztmalig im Juni/Juli 2021 so niedrig, nämlich 28,585 Dollar! Auch Brent Öl liegt jetzt bei ca. 86 Dollar und schwankte in den letzten Monaten davor sogar deutlich darunter. Die Preise für Brent waren letztmalig Anfang 2022 so niedrig. Also beide Preise waren bereits vor dem Krieg so hoch.

    Nur in Ungarn nicht! Warum? Weil die ungar. Regierung besonders schlau sein wollten. Ungarn hat mit Russland, als Preise nach oben explodiert waren, längerfristige Lieferverträge abgeschlossen. Deshalb muss die ungarische Regierung die Preise für Energie (Öl und Gas) massiv subventionieren. Ich glaube, kein anderes Land zahlt so viel für Energie wie Ungarn. Das Geld reicht aber nur für die Privathaushalte, bei den Betrieben werden die Kosten voll durchgereicht!

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    1. AnJanX
      “Nur in Ungarn nicht! Warum? Weil die ungar. Regierung besonders schlau sein wollten. Ungarn hat mit Russland, als Preise nach oben explodiert waren, längerfristige Lieferverträge abgeschlossen.”

      “Die Energiesicherheit Ungarns erfordert eine ununterbrochene Versorgung mit Gas, Öl und Kernbrennstoffen,“ schrieb Szijjártó auf Facebook. Daher sei es notwendig, die Zusammenarbeit mit Russland im Energiebereich fortzusetzen. „Das ist keine Frage des politischen Geschmacks, sondern eine Frage der Physik.“ Quelle FAZ am 11 April 2023

      Ungarn kann sich als zentral gelegenes Binnenland nicht aus allen Öl-Quellen bedienen, die auf dem Markt sind.
      Aserbeidschan wurde daher auch als Lieferant angesprochen (übrigens war der deutsche BK Scholz dort zeitnah ebenfalls anwesend, um in seiner Not Lieferverträge abzuschließen).
      Es ist unfair die Gesamtsituation aus den Augen zu verlieren.

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      1. Dass Ungarn auf russische Energie angewiesen war und ist, streite ich ja gar nicht ab, aber war es denn notwendig, gerade dann mit Russland längerfristige (!!) Verträge abzuschließen, wenn die Preise so exorbitant überhöht sind? Das ist das Problem!

        Frau Koch, Sie müssen ihre Liebe zu Ungarn von dem objektiven Sachverhalt trennen, ansonsten führt eine Diskussion nirgendwo hin.

        Es ist eben nicht so, wie viele glauben, dass eine Raffinerie heute Brent, morgen WTI und übermorgen Öl aus dem Ural verarbeiten kann. Mir ist das bekannt, ob das andere Kommentatoren hier auch wissen, die meinen, man importiert jetzt anstelle von Brent von Zwischenhändlern einfach überteuertes russisches Öl, weiß ich nicht. Jede Raffinerie ist für eine bestimmte Sorte ausgelegt. Da liegt auch das ungarische Problem, aber nicht beim Gas. Für Schwedt ist übrigens eine wirtschaftliche Lösung gefunden worden.

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        1. Deshalb habe ich den Beitrag vom April 2023 zitiert. Da steht was von “fortsetzen”. Die Verträge werden also erneuert, aber vermutlich zu einem angepassten Preis. Ganz konkret habe ich bei Google nichts gefunden. Aber “langfristig” ist anders.
          Der hohe Energiepreis für die Wirtschaft hängt auch mit der zögerlichen Zahlung aus Brüssel zusammen. Das haben wir alle mitbekommen.
          Sagen Sie doch einfach woher die günstige Energie kommen soll ?
          Dann hat die Ukraine auch noch die Kosten für die Durchleitung erhöht, ebenso kündigte dies Bulgarien an: https://ungarnheute.hu/news/bulgarien-hebt-entscheidung-zur-erhoehung-der-transitgebuehren-fuer-erdgas-auf-58192/
          Wovon soll das denn alles bezahlt werden ?
          Einige sind anscheinend bloß in Ungarn, um billige Arbeitskräfte zu beschäftigen. Dann bitte doch nach Bulgarien auswandern.

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          1. Übrigens habe ich längerfristig und nicht langfristig geschrieben. Unterschied?

            “Die Verträge werden also erneuert, aber vermutlich zu einem angepassten Preis. Ganz konkret habe ich bei Google nichts gefunden. ”

            Aber trotzdem stellen Sie diese Behauptung einfach auf. Soll ich Ihnen das einfach glauben? Aber was würde das den Betrieben und öffentlichen Einrichtungen nutzen, die bereits in der Vergangenheit bezahlt haben?

            “Der hohe Energiepreis für die Wirtschaft hängt auch mit der zögerlichen Zahlung aus Brüssel zusammen. Das haben wir alle mitbekommen.”

            Niemand hat Ungarn dazu gedrängt (selbst Russland nicht), die für Ungarn ungünstigen Verträge abzuschließen. Man hat sogar Ungarn davor abgeraten.

            “Sagen Sie doch einfach woher die günstige Energie kommen soll ?”

            Warum soll ich dazu etwas sage, ich habe dazu nichts geschrieben. Wenn ich Sie richtig verstehe, kaufen Sie immer dann, wenn es am teuersten ist. Ich nicht, denn ich habe nichts zu verschenken und bin auch kein Idiot!

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            1. Dann hat die Ukraine auch noch die Kosten für die Durchleitung erhöht, ebenso kündigte dies Bulgarien an“

              Bulgarien erhöht nicht und durch die Ukraine sickert es fast nur noch. Außerdem sind die Kosten ein Vogelschiss im Vergleich zu den reinen Energiekosten, die an Russland gezahlt werden müssen. Für Sie ist eine Ankündigung anscheinend schon eine Erhöhung. Bulgarien wurde mitgeteilt, wenn sie in den Schengenraum wollen, sollten Sie das unterbleiben lassen. Raten Sie mal, aus welcher Richtung das kam und was Bulgarien gemacht hat?

              „Wovon soll das denn alles bezahlt werden ?“

              Ich vermute mal auch von Ihrem Geld. Jammern gilt nicht! Ihnen geht es vermutlich sehr viel besser als den meisten ungarischen Rentnern. Aber das kennen wir schon, Wasser predigen und selber Wein saufen. Immer dann solidarisch, wenn es nichts kostet. Sie könnten ein Gutmensch sein!

              „Einige sind anscheinend bloß in Ungarn, um billige Arbeitskräfte zu beschäftigen. Dann bitte doch nach Bulgarien auswandern.“

              Da Sie mich nicht meinen können, vermute ich, dass Sie Herrn Rieger meinen. Ich muss ihnen sagen, dass ich ihnen so eine ehrverletzende Äußerung bisher nicht zugetraut habe. Ich denke, ich sollte mit Ihnen zukünftig auf dem gleichen Niveau kommunizieren und mir gar nicht erst die Mühe mache, Sie zu verstehen versuchen.

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            2. Sie sollten sich nicht so persönlich angesprochen fühlen, sondern einfach Quellen nennen.
              Ich habe zum Beispiel nichts gefunden wie lange diese Verträge laufen und wie hoch die Kosten sind.
              Wenn Sie das genauer wissen dann schreiben Sie das doch einfach. Ich freue mich über jede Information.
              Insgesamt denke ich allerdings, dass eine negative Einstellung zu den Bemühungen der ungarischen Regierung nicht weiterhilft.
              Wenn Sie kein Vertrauen haben dann schauen Sie nach Bulgarien, wo alle paar Monate eine neue Regierung aktiv war. Während V. Orban wöchentlich erklärt, was er zur Lage denkt und was er plant. Was wollen Sie denn noch ?

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              1. Bulgarien hat erst nach Protesten die Transitgebühren nicht erhöht. Überhaupt auf diese Idee zu kommen …
                Jedenfalls war das für die ungarische Politik erstmal ein Schock.
                Im nachhinein zu sagen ‘da war doch nichts’ ist unfair.
                Und lassen Sie mich aus dem Spiel.
                Immer dasselbe: wenn die Argumente ausgehen werden die Leute persönlich.
                Danke fürs Gespräch.

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                1. Lesen Sie manchmal auch das, was andere schreiben oder ist das bei Ihnen nur ein Reflex? Wenn Sie andere aus dem Spiel, dann lasse ich Sie auch aus dem Spiel. Sowas ist immer gegenseitig und Jammern zeigt nur, dass Sie sich überschätzt haben und jetzt mitleidig nach Hilfe suchen.

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              2. Was wollen Sie denn eigentlich? Wenn Ihnen die Preise hier in Ungarn noch nicht hoch genug sind, dann gehen Sie doch zurück nach Deutschland oder einfach in die Schweiz. Nur bezahlen müssen Sie selber und Ihren Wunsch nach Bulgarien zu gehen komme ich nur nach, wenn Sie in die Schweiz gehen oder zum Mond fliegen.

                Das erinnert mich ein bisschen an meine westdeutsche Verwandtschaft, die mir erzählt hat, was man früher im Westen anscheinend gesagt haben soll: Wenn es Dir nicht passt, dann hau doch in die Ostzone ab. Sie scheinen zu sowas eine geistige Verwandtschaft oder Nähe zu haben.

                Und wenn Ihnen Orban so gut gefällt, dann gründen Sie doch einen Freundeskreis. Da widerspricht Ihnen Herr Rieger dann auch nicht, denn er wird nicht dazugehören. Da hören Sie nur das, was Sie selber hören wollen. Vielleicht schaffen Sie dann auch noch die Funktion eines Hohepriesters, der dann die Reinheit der Gedanken aller Mitglieder überwacht. Sie würden sich selber dazu gut eignen.

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                1. „Ich habe zum Beispiel nichts gefunden wie lange diese Verträge laufen und wie hoch die Kosten sind. Wenn Sie das genauer wissen dann schreiben Sie das doch einfach. „

                  Warum soll ich über ein Thema schreiben, das sie selber aufgeworfen haben? Nun beantworten Sie es mal selber gefälligst. Ich bin nicht dazu da, Ihr Fußabtreter zu sein.

                  „Sie sollten sich nicht so persönlich angesprochen fühlen“

                  Sie können anscheinend nur infame Anschuldigungen und Beleidigungen gegen Herrn Rieger erheben und anschließend so tun, als ob sie das nichts anginge. Pfui Teufel sage ich da nur, das ist menschlich die unterste Schublade. Langsam bekommt man ein bisschen mit, welch Geistes Kind Sie sind. Eine Entschuldigung in Richtung Herrn Rieger wäre das wenigste, was man von Ihnen erwarten könnte. Aber nein, auch mich wollen Sie nach Bulgarien schicken.

                  „Ich freue mich über jede Information.“

                  Vermutlich aber nur dann, wenn sie in Ihr vorchristliches Weltbild passt! So viel kann ich gar nicht trinken, um ihre düstere Gedankenwelt überhaupt nur im Ansatz nachempfinden zu können.

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                    1. Oh, diese unschuldige Frau wird ohne Grund verfolgt. Jammer, jammer, jammer! An Ihnen prallt wirklich alles ab und was nicht sein darf, kann nicht sein. Ich wäre geneigt zu sagen, gehen Sie hin in Frieden!

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    2. Das russische Erdöl bezieht das private, börsennotierte Unternehmen MOL, nicht der Staat. MOL verdient so gut an dem weiter oben auch von Ihnen angeführten “Sanktions-Abschlag”, dass der Staat diese “Übergewinne” zeitweise per Sondersteuer abschöpfte (das wird regelmäßig angeglichen).
      Der langfristige Gasliefervertrag mit Gasprom wurde nicht abgeschlossen, WEIL die Preise in die Höhe geschossen waren, sondern weil der alte Vertrag auslief. Die Regierung hat sich beim Erdgas ganz sicher verspekuliert, man hat sogar noch die Gasspeicher zusätzlich vollgepumpt, weil man wieder cleverer als Resteuropa sein wollte. Ungarn spekulierte u. a. darauf, sein Speicher-Gas zur Winterszeit zu “guten” Preisen weiterzureichen. Stattdessen sitzt man heute (nach zwei milden Wintern) auf einer Reserve, die viel zu teuer eingekauft wurde.

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      1. Danke für diesen informativen Input Herr Ackermann.
        Manchmal hat man kein Glück und dann kommt auch noch Pech dazu.
        Die Investoren werden es der Regierung danken, dass immer genügend Energie bereit steht. Das ist ja die Voraussetzung für Milliardeninvestitionen. Und wie oben gesagt ist der Preis woanders (in Deutschland) auch sehr hoch. Der Privatmensch bezahlt in Ungarn nur ein Viertel vom deutschen Preis hat meine Wohnungsnachfolgerin mir eröffnet. Glück gehabt.

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        1. Das heben Sie korrekt hervor, Frau Koch: Die Regierung betont immer an erster Stelle die Versorgungssicherheit, also noch vor den Preisen. (In D sehen das “grüne” Politiker bekanntlich anders.) Die Investoren werden aber schon abwägen, ob die zugesicherte Energie nicht vielleicht zu teuer ist.
          Zumal das Gewerbe für die amtlich fixierten Tarife in der Grundversorgung mitblechen muss – ein Viertel des deutschen Preises für den privaten Haushalt geht halt mit Effekten wie jenem einher, dass z. B. völlig gleichwertige Lebensmittel in H mindestens ein Viertel mehr kosten als in D.

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          1. Den Artikel habe ich auch gelesen, Herr Ackermann. “… geht halt mit Effekten wie jenem einher, dass z. B. völlig gleichwertige Lebensmittel in H mindestens ein Viertel mehr kosten als in D.”
            Das sollte nicht passieren.
            In Budapest kann ich mir das zwar vorstellen, aber nicht flächendeckend.

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  4. Wobei MOL zu 25 % dem ungarischen Staat gehört.
    Frau Koch, so ist das halt. Linke Tasche, rechte Tasche. Auf der einen Seite sind die Nebenkosten für private Verbraucher, gedeckelt. Auf der anderen Seite belastet man Unternehmen, welche die Kosten wieder auf die Ware umlegen. Und das bezahlt dann wieder der Bürger. Man muss sich ja nurmal umsehen. Bei uns im Ort (ca. 16 000 Einwohner) schliessen nach und nach die Restaurants. Weil einfach die Leute dort zuerst sparen. Die “Kocsma”, also die Kneipen werden auch immer weniger. Und die meisten Orte auf dem Land werden von Fidesz regiert. Also auch dort ist es nicht anders als in Budapest.

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