Krisenstab
Kälte trifft auch Arme in Wohnungen
Am Wochenende nutzte der Katastrophenschutz die relativ milden Tage, um das dringend benötigte Feuerholz in mehrere hundert Ortschaften zu liefern. Weil in dieser Woche die Temperaturen nachts wieder auf minus 15-20°C sinken, warnen die Behörden nun, die extreme Kälte bedrohe neben den Obdachlosen auch Menschen, die ihre Wohnungen nicht anständig beheizen können. Der Krisenstab bittet die Bürger, sich um Nachbarn, ältere, kranke und alleinstehende Menschen zu kümmern.
An den letzten Tagen lief die Schnellhilfe zur Versorgung bedürftiger Haushalte mit zusätzlichem Brennholz an: Jeden Tag werden Hunderte Kubikmeter ausgeliefert, bei deren Zustellung Soldaten, Polizei und Bürgerwehr ebenso helfen, wie die Feuerwehr beim Holzhacken und Vorbereiten des Ofens.
Holzvorräte aufgebraucht
Unterdessen berichtet die linksliberale HVG von tragischen Zuständen in ärmeren Gegenden. In Olaszliszka hätten die Bewohner das für den Winter vorbereitete Feuerholz längst verheizt, die Gemeindeverwaltung öffnete zum Wochenende die Schulturnhalle, damit sich die Menschen aufwärmen können. An Stelle des Staates helfen soziale Stiftungen mit Holzspenden, während das Dorf weiter auf die zugesagte Hilfe des Krisenstabs wartet. Den regierungskritischen Journalisten zufolge wüssten viele Bürgermeister noch immer nicht, wie sie an die Hilfe gelangen.
Die HVG zitiert die Energieexpertin der NGO Habitat for Humanity, Zsuzsanna Koritár, mit den Worten: „Das passiert, wenn der Staatsapparat vom Wintereinbruch überrascht wird und die Regierung mit ihrer Energiepolitik von vornherein nicht den Schwächsten hilft.“ Die Expertin kritisierte konkret, seit 2018 stelle der Staat jährlich 5 Mrd. Forint für soziales Brennholz bereit, während sich der Holzpreis vervielfacht habe.
DK fordert Sonderhilfen
Am Montag forderte die DK-Vorsitzende Klára Dobrev eine außerordentliche Parlamentssitzung, um Maßnahmen gegen die Kältekrise treffen zu können. Haushalte, die mit Brennholz heizen, sollten mit Blick auf die ungewöhnlich niedrigen Temperaturen Sofortbeihilfen im Wert von 200.000 Forint erhalten, um das extrem verteuerte Holz für den Ofen kaufen zu können und nicht frieren zu müssen. Außerdem sollte die zum vergünstigten Grundtarif erhältliche Menge an Strom und Gas wegen des harten Winters auf Jahresebene um 500 kWh bzw. 500 m3 aufgestockt werden.

