Rechnungshof

Ist das Trinkwasser in Gefahr?

Der Rechnungshof sieht besorgniserregende Probleme hinsichtlich der Nachhaltigkeit der Trinkwasserversorgung.
8. Februar 2024 11:17

Eine Untersuchung des Staatlichen Rechnungshofs (ÁSZ) für den Zeitraum 2017-2022 hat ergeben, dass sich das derzeitige System auf lange Sicht als nicht nachhaltig erweisen könnte. Und das, obwohl die Strategien zur Trinkwasserversorgung im Einklang mit den Zielen der EU standen. Der ÁSZ betonte die strategische Bedeutung des Gewässerschutzes und lobte die geleistete Arbeit zur Gewährleistung des Zugangs zu gesundem Trinkwasser. Allerdings wurden auch eine Reihe von Problemen festgestellt, wie etwa das fragmentierte institutionelle System und mangelnde strategische Koordination, was einen integrierten Ansatz und eine effektive Entscheidungsfindung behindert.

Ein Viertel des Wassers geht verloren

Trotz aller Bemühungen zur Verbesserung der Trinkwasserqualität birgt die Zukunft der Trinkwasserversorgung weiterhin erhebliche Risiken. Eine alternde Infrastruktur, zunehmende Wasserverluste und Finanzierungsprobleme gefährden die Nachhaltigkeit des Systems. Im Jahre 2017 kam es im Versorgungsnetz der prüfpflichtigen Wasserversorger zu 53.800 Rohrbrüchen, 2022 wurden noch immer rund 42.500 verzeichnet. Der Verlust an öffentlichem Wasser, das in das Netz eingespeist und nicht als Trinkwasser genutzt wurde, beträgt ein Viertel der entnommenen Wassermenge, im geschätzten Wert von mehr als 17 Mrd. Forint pro Jahr. Mit dieser Wassermenge könnte man nahezu 9% des Plattensees füllen. Eine der Ursachen für Wasserverluste ist der Verschleiß der maroden Wasserleitungen und die fehlende Rekonstruktion. Der Finanzierungsbedarf für die nächsten 15 Jahre für den Wiederaufbau der Versorgungsnetze beläuft sich auf grob veranschlagte 3.775 Mrd. Forint.

Nachhaltige Nutzung fördern

Der ÁSZ formulierte Vorschläge zur Bewältigung der Situation, darunter eine verbesserte strategische Koordinierung, eine langfristige Planung für die Erneuerung des Versorgungssystems und Maßnahmen zur Förderung einer nachhaltigen Wassernutzung. Dies ist unbedingt erforderlich, denn andernfalls könnten sich die aktuellen Probleme verschlimmern und das Grundrecht der Menschen auf Trinkwasser gefährden.

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