Staatsbahnen MÁV
IC nicht aus dem Bilderbuch
Dieser Artikel ist Teil unseres Bezahl-Angebots BZ+
Wenn Sie ein Abo von BZ+ abschließen, dann erhalten Sie innerhalb von 12 Stunden einen Benutzernamen und ein Passwort, mit denen Sie sich einmalig einloggen. Danach können Sie alle Artikel von BZ+ lesen. Außerdem erhalten Sie Zugang zu einigen speziellen, sich ständig erweiternden Angeboten für unsere Abonnenten.
János Lázár führt derzeit aktiven Wahlkampf für den Fidesz, während die Missstände bei der MÁV allen vollmundigen Ankündigungen zum Trotz nicht behoben sind. Zu seinen größten Kritikern gehört seit Jahren jener Dávid Vitézy, der als unabhängiger Kandidat nur hauchdünn gegen Amtsinhaber OB Gergely Karácsony im Ringen um den Einzug ins Budapester Rathaus unterlag und heute die Podmaniczky-Bewegung in der Budapester Bürgerschaft führt. Der ausgewiesene Verkehrsexperte präsentierte am Wochenende in den Sozialmedien ein skurriles Foto vom Békés-InterCity, der am Samstag auf halber Strecke nach Budapest liegenblieb. Dieser IC mit zwei Lokomotiven und fünf Waggons, von denen nur zwei zum gleichen Bautyp gehören, sei symbolisch für die zerstörerische Arbeit und den Amoklauf des Ministers.
Gezogen wird der IC nämlich durch eine 50 Jahre alte Lok, die aus der MÁV-Reserve reaktiviert werden musste, weil die eigentlich im Einsatz befindliche – laut Vitézy „am Markt für Gebrauchtfahrzeuge überteuert von einer österreichischen Firma geleaste“ – Lok ausfiel. Der Oppositionspolitiker erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass es Lázár war, der Ende 2022 einen Großauftrag für neue IC-Wagen und -Lokomotiven aufkündigte. (Das geschah im Zusammenhang mit der nach den Parlamentswahlen notwendig gewordenen Haushaltskorrektur.)
Die Wagenreihung des IC erinnerte den Kritiker an einen „Schrottplatz“, mit MÁV-Waggons des niedrigsten Standards, ebenfalls fünf Jahrzehnte alten IC-Wagen und einem Nostalgiewagen aus der Schweiz, der eigentlich gar nicht zu Fahrplanzwecken erworben wurde. Diesen zusammengeschusterten „Behelfszug“ betrachtet Vitézy als direkte Folge einer verfehlten, bahnfeindlichen Verkehrspolitik. Die MÁV werde stiefmütterlich behandelt, während in Schnellstraßenprojekte und Autobahnbrücken Hunderte Milliarden Forint fließen.
