Ferenc Gyurcsány (M., 2.R.) mit den in den Einzelwahlkreisen angetretenen Kandidaten der DK. Foto: Sozialmedien/ Ferenc Gyurcsány

DK

Historische Niederlage

Solange die Chance besteht, das Rad der Geschichte umzudrehen, muss gekämpft werden. Dies erklärte der DK-Vorsitzende Ferenc Gyurcsány auf einer Sitzung der Partei am Samstag.

Belagerungsring der Orbán-Regierung

Die Demokratie habe bei den Parlamentswahlen ihre schlimmste Niederlage der vergangenen 30 Jahre erlitten, und dies sei schockierend. Nicht nur die Oppositionsparteien haben gelitten, sondern auch die Forderung nach Freiheit, einer europäischen Heimat, nach einer Nation, die ihren Erfolg in der Zukunft sucht, und nach einem bürgerlichen Ungarn. Die Orbán-Regierung hat das „diffuse Netzwerk“, das die Opposition kennzeichnet, „eingekreist“, wobei der Belagerungsring nach Ansicht des Politikers aus dem Verlust der parteipolitischen Unabhängigkeit der Staatsmacht, einem dem Machthaber dienenden Wahlrecht, den finanziellen und infrastrukturellen Unterschieden und der für Diktaturen typischen Publizität besteht.

„Klára hätte gewonnen“

Zum Sechs-Parteien-Bündnis meinte Gyurcsány, es sei eine Errungenschaft, die es zu bewahren gelte. Jetzt werde von vielen darüber debattiert, ob die Jobbik einen Platz in dem Bündnis habe. Eine patriotische, demokratische Opposition sei jedoch eine Alternative zu Orbáns Autoritarismus und schließe deshalb alle von Mitte-Rechts bis zur freiheitlich-demokratischen Bewegung ein. „Demokratie ist in dieser Hinsicht ein größerer gemeinsamer Nenner als die politische Orientierung.“ Er bezeichnete allerdings die Aufstellung eines bürgerlichen Spitzenkandidaten für das Amt des Ministerpräsidenten als Verleugnung der eigenen Identität. Mit Klára Dobrev (Gyurcsánys Ehefrau) hätte die Opposition die Wahl gewonnen. Um künftig mehr Chancen zu haben, bedürfe es einer stabileren politischen Einheit unter den Parteien. Die gewonnenen Parlamentsmandate sollten genutzt werden, um eine lebendige, bunte Gemeinschaft zu schaffen, damit sich mehr Menschen für das Wohl des Landes und der Politik engagieren können. Nach der Wahlschlappe dürfe kein Sündenbock gesucht werden, sondern müsse ohne Kompromisse nach vorn gesehen werden.

2 Antworten auf “Historische Niederlage

  1. Immer schön die Orbán-Regierung als Diktatur brandmarken, dann wird es auch weiterhin gelingen, vom eigenen Versagen und der glorreichen Vergangenheit abzulenken. Das Ausland glaubt fast alles. Kann ja kein Ungarisch. Aber wenigsten das können die nénis und bácsis von der DK auf dem Bild. Aber wo ist den eigentlich die Klára? Hat die Camera gehalten!

  2. Klára hätte gewonnen…
    Ja, Ungarn braucht dringend auch eine “feministische Politik” wie Buntland. Annalena Bärbock und Nancy-Antifa Fäser dürften als Abschreckung ausreichend sein.
    Jeder Ungarn sollte auf die “nichtfeministischen” Politker Novák Katalin und Varga Judit stolz sein.

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