Opposition
Harsche Kritik an laschen Maßnahmen
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Nach der Verkündung einer Verschärfung der Corona-Schutzmaßnahmen war sich die Opposition einig, dass diese nicht ausreichend sind. Der MSZP-Vorsitzende Bertalan Tóth bezeichnete sie als kraftlose Scheinmaßnahmen und „eine Blase, scheinbar groß, jedoch innen leer. Gratis-Parken rettet keine Leben!“ Es bedürfe Massentests und Kontaktreduzierungen, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Die Regierung stelle zu wenig Geld für das Gesundheitswesen, die Kommunen, Unternehmen und Bürger bereit.
Die am Dienstagabend verkündigten Maßnahmen erwecken den Eindruck, als ob Orbán nicht wisse, was im Land vor sich geht, postete der DK-Vorsitzende Ferenc Gyurcsány. Orbán habe kein Wort über Schulen, Ärzte und Krankenpfleger, verlorene Arbeitsplätze und Unternehmen in Schwierigkeiten gesagt. Die Regierung führt derzeit „ein Experiment mit den Bürgern“ durch.
Budapests OB Gergely Karácsony zufolge spitze sich die Lage mittlerweile dramatisch zu. Bei den ergriffenen Maßnahmen fehlen die seit langem bestehenden Forderungen der Experten. Testkapazitäten müssen ausgeweitet und Massenveranstaltungen schärfer eingeschränkt werden.
Die Jobbik ist der Auffassung, Orbán habe eingeräumt, dass die Regierung ungeeignet sei, die Lage zu beherrschen. Dieses Bekenntnis sei beängstigend, obgleich für niemanden die zweite Welle überraschend kam. Auf die Bürger warte infolge der Verantwortungslosigkeit der Regierung ein trauriges Weihnachtsfest.
Bence Tordai, Vize-Fraktionsführer von Párbeszéd, sieht die Maßnahmen gar als schädlich und zu geringfügig an. Die Schritte werden das Ansteigen der täglichen Neuinfektionen nicht verhindern. Zudem lüge die Regierung mit ihren Behauptungen, in Westeuropa wäre die Lage deutlich schlimmer. Die Wahrheit ist, dass Ungarn hinsichtlich der Todesrate die drittschlechtesten Daten in Europa aufweist. Bereits Anfang September hätten Maßnahmen zur Eindämmung des Virus ergriffen werden müssen, doch „die Regierung ließ dem Virus freien Lauf“. Dies kostete bereits mehrere hundert Menschen das Leben.
