Anti-Drogenkampf
Gesetze allein reichen nicht
Dort kam es zur Gründung des Verbandes der Antidrogen-Kommunen (KETESZ) Ungarns. „Wo Drogen erscheinen, zerstören sie Gemeinschaften. Es liegt im Eigeninteresse der Städte und Gemeinden, dagegen anzukämpfen“, erklärte Horváth. In Miskolc gründeten zunächst zwölf Ortschaften den neuen Verband, und weitere signalisierten bereits ihre Absicht, sich der Initiative anzuschließen. Es gehe darum, voneinander die besten Praktiken abzuschauen, um den Kampf gegen das Übel der Drogen effizienter gestalten zu können. Dabei stütze man sich auf die bewährte Bürgerwehr ebenso wie auf die aktive Mitarbeit von Schulen und lokalen Medien. Auf Veranstaltungen und Festivals sollte das Bewerben von Drogen unterbunden werden.
Der Regierungsbeauftragte lobte die Initiative nicht zuletzt wegen ihres freiwilligen Charakters und betonte, Polizei und Gesetze allein werden es nicht richten. Zu den Dimensionen des Drogenhandels brachte er das Beispiel eines unlängst aufgedeckten chinesischen Netzwerks, von dem 42 t Chemikalien zur Herstellung von Drogen im Schwarzmarktwert von mehr als 1,5 Mrd. Euro beschlagnahmt werden konnten. Bei Razzias wurden dieser Tage 2,2 t Kokain und Rohmaterialien im Gesamtwert von schätzungsweise 200 Mio. Euro sichergestellt. „Diese Giftindustrie verbreitet sich auch online und ist gefährlich wie nie zuvor, weil sie alles überschwemmt“, warnte Horváth.

