Der Richter spricht das Urteil. Fotos: MTI/ Zoltán Balogh

Mafiaprozess

Gericht sieht Mordkomplott als erwiesen an

Der Budapester Gerichtshof hat Tamás Gyárfás zu sieben Jahren Zuchthaus, Tamás Portik zu lebenslänglich verurteilt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Dem früheren Präsidenten des Schwimmverbandes, Tamás Gyárfás, wurde Anstiftung zum Mord zur Last gelegt – es sei erwiesen, dass der auch als Medieneigentümer erfolgreiche Sportfunktionär einen unliebsamen Konkurrenten aus dem Weg räumen wollte. Gyárfás soll mit der Tat zunächst den Mafioso Péter Tasnádi beauftragt haben, der aber nur das Geld einstrich, ohne zu handeln. Der an zweiter Stelle beauftragte Tamás Portik wiederum gab den Staffelstab an den slowakischen Auftragskiller Jozef Rohác weiter, der den Medien-„Zar“ János Fenyő im Februar 1998 in Budapest auf offener Straße mit einer Salve aus einer Maschinenpistole tötete. Rohác, dem die Ermittler dank einer DNA-Probe 2011 auf die Schliche kamen, wurde für diese Bluttat bereits 2017 rechtskräftig zu lebenslänglich verurteilt.

Portik, der bereits wegen anderer Morde hinter Gittern sitzt, wurde nun zu 20 Jahren Haft verurteilt. Gyárfás, der sich im Moment auf freiem Fuß befindet, wird die in U-Haft verbrachte Zeit auf die sieben Jahre Zuchthaus angerechnet – er muss aber mindestens vier Fünftel der Strafe verbüßen. Beide Angeklagten bestritten, irgendetwas mit dem Fenyő-Mord zu tun zu haben. Portik verschleppte die Urteilsverkündung seit Monaten, indem er laufend seine Anwälte wechselte.

Tamás Gyárfás (im Anzug) und Tamás Portik (in Häftlingskleidung) bei der Urteilsverkündung am Donnerstag.

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