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Tag des Nationalen Zusammenhalts

Gedenken an Trianon

Vor 102 Jahren wurde der Friedensvertrag von Trianon, mit dem der Erste Weltkrieg beendet wurde, unterzeichnet.

Ungarn verlor etwa zwei Drittel seines Territoriums, und ein Drittel der ungarischen Bevölkerung wurde aus ihrer angestammten Heimat vertrieben. Das Parlament hatte Ende Mai 2010 anlässlich dieses denkwürdigen Tages den 4. Juni zum Tag des Nationalen Zusammenhalts erklärt. Landesweit und in den ungarisch-stämmigen Regionen der Nachbarländer fanden zahlreiche Veranstaltungen statt. So nahmen rund 350.000 Menschen an der Heiligen Messe der Pfingstpilgerfahrt der Ungarn in Șumuleu Ciu (Csíksomlyó) teil.

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„Ungar zu sein ist auch eine Entscheidung“, erklärte Staatspräsidentin Katalin Novák bei der zentralen staatlichen Veranstaltung zum Tag des Nationalen Zusammenhalts am Samstag in Sátoraljaújhely. „An diesem Tag sollen wir nicht unsere Verluste betrauern, sondern unseren Reichtum feiern, auch wenn nicht jedem klar ist, dass es keinen Unterschied zwischen den Ungarn gibt, die jenseits und innerhalb der Grenzen leben. Ein Ungar ist ein Ungar, Punkt“, betonte sie weiter.

Ausgrenzung ist keine Lösung

Jobbik, Momentum und Párbeszéd sind der Auffassung, der Nationale Zusammenhalt dürfe nicht bedeuten, jemanden aus der Nation auszuschließen. Die Oppositionsparteien betonten, dass der Tag des Nationalen Zusammenhalts vielleicht eine der wichtigsten Gelegenheiten ist, um die nationale Einheit zum Ausdruck zu bringen: dass auch die im gesamten Karpatenbecken lebenden ungarisch-sprachigen Roma Teil der geeinten ungarischen Nation sind, weil sie sich trotz der Ungerechtigkeiten der Geschichte zu Ungarn bekennen, die ungarische Kultur und Sprache bewahren und pflegen und mit unserem Land, das sie als ihr Mutterland betrachten, solidarisch sind. Die drei Politiker betonten, es sei ihre vorrangige Aufgabe als Abgeordnete, soziale Vorurteile abzubauen, rassistische und antisemitische Äußerungen zu bekämpfen, eine echte soziale Integration der Roma und Möglichkeiten für ihre gesellschaftliche Teilhabe zu schaffen.

 

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