Orbán
Ministerpräsident Viktor Orbán: “Wenn wir über ausreichend Impfstoff verfügen, können wir die Pandemie überwinden.“ Foto: MTI/ Tibor Illyés

Orbán im Kossuth-Radio / Zweite Corona-Welle / EU

„Jetzt ist der Zusammenhalt das Wichtigste“

Im aktuellen Radiointerview von Premier Orbán ging es um die Corona-Politik der Regierung sowie die Angriffe der EU-Kommission auf Ungarn.
4. Oktober 2020 21:41

„Wir stehen vor schwierigen Zeiten. Solange es keinen Impfstoff gibt, spielt der Schutz zur Eindämmung des Coronavirus die wichtigste Rolle“, erklärte Ministerpräsident Viktor Orbán am Sonntag im Kossuth-Radio. „Wir werden immer weitere Krankenhäuser eröffnen und immer noch mehr Ärzte und Pfleger neben die Krankenbetten stellen, um mit der Pandemie Schritt zu halten. Jetzt ist der Zusammenhalt das Wichtigste“, so Orbán weiter.

„Die zweite Corona-Welle wird länger und schwieriger sein“

Mathematiker hätten errechnet, dass sich gleichzeitig 200.000 Personen infizieren könnten. Davon könnten 16.000 im Krankenhaus behandelt werden müssen. 800-1.000 Personen würden ein Beatmungsgerät benötigen. Die Regierung rechnet jedoch sicherheitshalber mit einer Spitzenbelastung von 400.000 Infizierten und 32.000 erforderlichen Krankenhausbetten. „Die zweite Corona-Welle wird länger und schwieriger sein“, sagte Orbán.

„Vera Jourová hat rote Linie überschritten“

In Verbindung mit dem Rechtsstaatsbericht der EU-Kommission erklärte der Premier, dass die Reihenfolge der Ereignisse ein richtiges Bild ergebe: Zuerst habe die Kommission ihren Migrationsplan veröffentlicht, der von der Visegrád-Gruppe nicht akzeptiert wurde, danach habe Kommissions-Vize Vera Jourová Ungarn angegriffen und mit ihren Äußerungen eine rote Linie überschritten. Hätte sie dies über Frankreich oder Deutschland gesagt, hätte man sie sofort entlassen. Orbán forderte endlich Gleichbehandlung.

Er ist der Auffassung, dass die europäischen Politiker unter Druck stehen. Sie spüren, dass in ihren Ländern die Spannungen steigen, sich das Lebensniveau verschlechtert und die Staatsschulden zunehmen. Statt das Übel bei der Wurzel zu packen, gehen die Nationen aufeinander los. Die Aufgabe der führenden EU-Politiker wäre jedoch, die „Gemüter zu beruhigen“ und die Zusammenarbeit der Mitgliedsstaaten zu fördern. Stattdessen greifen die Bürokraten in Brüssel mit einem „Soros-Bericht“ an.

„EU-Wiederaufbaufonds nicht die beste Lösung“

In Verbindung mit dem EU-Wiederaufbaufonds zur Bewältigung der Corona-Krise merkte Orbán an, dass Ungarn bereit sei, sich daran zu beteiligen. Dennoch halte er diesen nicht für die beste Lösung. Mit dem Schutz gegen die Pandemie müsse sich Brüssel sofort befassen, statt die Auszahlung der Gelder an komplizierte juristische Auflagen zu binden.

4 Antworten auf “„Jetzt ist der Zusammenhalt das Wichtigste“

  1. Kovács bangt um deutsche Pressefreiheit
    „Ich bin echt besorgt um die deutsche Pressefreiheit“, kommentierte Zoltán Kovács, Staatssekretär für internationale Kommunikation, die vom Deutschlandfunk korrigierte Meldung über die Äußerung der deutschen Vizepräsidentin im EU-Parlament, Katarina Barley, „Ungarn und Polen müssten finanziell ausgehungert werden“.
    Dies hatte großen Staub aufgewirbelt. Am Freitag erklärte Barley, sie sei falsch zitiert
    worden. Sie habe gesagt: „Die Lage in den beiden Mitgliedsstaaten sei besonders
    ernst. Die EU-Subventionen seien da ein wirksamer Hebel. Wenn wir jetzt die
    Rechtsstaatlichkeit aufgeben, dann haben wir für weitere sieben Jahre Verhältnisse in
    der EU, wie sie unsere Bürgerinnen und Bürger auch nicht wollen, denn unsere
    Steuergelder gehen dann an Regimes wie das von Orbán und Kaczynski, die sich vor
    allen Dingen Geld in die eigene Tasche schaufeln, aber ihre Länder zu Demokratien umbauen, die mit den Werten der EU nichts mehr zu tun haben.“ Seitens des
    Deutschlandfunks hieß es lapidar: „In einer ersten Fassung haben wir eine Aussage von Katarina Barley durch Zuspitzung verfälscht. Wir haben diesen Fehler korrigiert und bitten um Entschuldigung. (BZ-heute vom 5.Oktober)

    Also lügt der Deutschlandfunk mal wieder. Wenn dieser DF-Staatsfunk tatsächlich verfälscht haben sollte, wäre das nur ein Beweis für sein Arbeitskonzept. (Wenig Fakten, viel Haltung bzw. Propaganda) Da man allerdings Leuten wie Barley sowas wie “Ungarn und Polen aushungern” zutrauen kann, hat der DF-Staatsfunk zuerst korrekt wiedergegeben und dann gelogen. Es handelt sich um eine deutsche Mainstream-Lügenpresse, wie wir seit Jahren feststellen. Leute, die von Soros bezahlt werden…. Danke an die BZ für ihre Arbeit. Woanders kann man das nicht lesen, jedenfalls nicht in deutscher Sprache.

  2. Sehr geehrter Herr Dr. Mokus!
    Bravo!! Ein ganz hervorragender Leserbrief, den Sie hier platziert haben. Alle deutsche Staatsmedien, ähnlich der Medien in der NS-Zeit und zur DDR-Zeit gleichen den heutigen TV-Medien und den Presseorganen frappierend. Sie sind zu Staatsmedien mit Verdrehung der Tatsachen und zu Propagandaorgane mutiert bzw. staatlich gefördert. Ihre Schlussfolgerung entspricht offensichtlich den Tatsachen – volle Zustimmung.
    An der globalen finanziellen Förderung ist wohl nicht nur Mr. Soros beteiligt, sondern noch andere Komplexe wie Gates, UNO, IWF, Rothschild, Rockefeller, und andere.

    1. Im Prinzip wäre es egal, einer aber hat gelogen, BARLEY ODER Df. Am meisten aber lügen die Medien, die Hintergründe verschweigen, um Regierungen zu stürzen. Am Ende haben wir dann solche Chaoten und Primitivlinge wie Gyurcsány and der Macht. So langsam muss man sich nicht wundern, wenn einer über den anderen herfällt, Regierungen und Opposition sich immer weiter voneinander entfernen. Hier ein Artikel von Boris Kálnoky.

      https://corvinak.hu/corvina/die-medien-und-der-antisemitismus?fbclid=IwAR1FU6QH29nIpJBtaUNLKdqv4nBMOuBCIf2B7gflDYtmnax2ncioAoF_y6k

  3. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat die Vizepräsidentin des EU-Parlaments, Katarina Barley, wegen ihrer Kritik an Polen und Ungarn scharf angegriffen. Ihre Wortwahl sei „geschichtsvergessen“ und verrate eine Haltung, die „Europa keine gute Zukunft bringen wird“, sagte er am Dienstag gegenüber der DPA in Dresden. „Wir können unsere Anliegen nur durch eine Debatte auf Augenhöhe erreichen und müssen mit Werten und Argumenten überzeugen. Erpressung ist kein Mittel der Wahl. Frau Barley sollte sich entschuldigen, sie hat allen Bemühungen der Verständigung und Stärkung der Zivilgesellschaft geschadet.“ (BZ-heute, 7.Oktober)

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