Jobbik im Parlament:
Es kommt der Tag der Wahrheit!
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Die Jobbik konnte auf ihre Initiative zur Rettung der Opfer von Fremdwährungskrediten hin 41 Abgeordnete der Opposition zusammentrommeln. Vor der Tagesordnung erkundigte sich die linke Splitterpartei Párbeszéd, wo „die mutigen 135 Abgeordneten“ von Fidesz-KDNP seien. Das Problem der Fremdwährungskredite betreffe Hunderttausende Ungarn, denen die Regierung die kalte Schulter zeige.
Die rechte Mi Hazánk forderte eine Entschädigung der Kreditopfer; die Fremdwährungskredite hätten das Leben von mehreren Hunderttausend Ungarn zerstört. Der Fidesz sei der Sitzung ferngeblieben, weil man keine Gerechtigkeit in der Frage walten lassen wolle. Die Mi Hazánk spricht konsequent von einer Mafia der Gerichtsvollzieher, die im Einverständnis mit den Banken agierten. Ohne eine Lösung in dieser schwerwiegenden Angelegenheit gebe es keine Zukunft für Ungarn.
Die Jobbik kündigte für den Herbst einen „Tag der Wahrheit“ an. Auf das „Finanz-Attentat des Jahrhunderts“ müsse mit einem „Gerechtigkeitsurteil des Jahrhunderts“ geantwortet werden. Seit 2010 habe die Mitterechtspartei mehr als 50 illegale Wohnungsräumungen aktiv zu verhindern versucht. Die Regierung verschließe sich dem Thema, während laufend Dutzende von Zwangsräumungen und Hunderte von Zwangsvollstreckungen geschehen. Die Jobbik möchte ein EuGH-Urteil in ungarisches Recht überführen, werde jedoch durch die Kuria blockiert.
Auch die Sozialisten bezeichneten es als Schande, dass die Regierungsparteien der Sitzung fernblieben. Die MSZP wolle weniger Arme und weniger Reiche im Land. Die DK forderte ein sofortiges Gesetz zur Entschädigung der Opfer der Fremdwährungskredite. Um diese unmenschlichen Zustände zu beenden, brauche es einen Regierungswechsel. Ohne die Tisza-Partei beim Namen zu nennen formulierten die Linksliberalen jedoch ihre Befürchtung, Péter Magyar werde sich ähnlich wie der Fidesz mit den Banken arrangieren.
