Tokaj
Eine Uni im Goldrausch
Dieser Artikel ist Teil unseres Bezahl-Angebots BZ+
Wenn Sie ein Abo von BZ+ abschließen, dann erhalten Sie innerhalb von 12 Stunden einen Benutzernamen und ein Passwort, mit denen Sie sich einmalig einloggen. Danach können Sie alle Artikel von BZ+ lesen. Außerdem erhalten Sie Zugang zu einigen speziellen, sich ständig erweiternden Angeboten für unsere Abonnenten.
Wie das liberale Nachrichtenportal 24.hu berichtet, erhielt die Trägerstiftung der erst Monate zuvor aus der Taufe gehobenen Weinbau-Uni Tokaj-Hegyalja vor dem Studienjahr 2021/22 vom Staat 75,5 Mrd. Forint (200 Mio. Euro). Zum Zeitpunkt der Geldzuweisung waren an dieser Bildungsstätte sage und schreibe 40 Studenten eingeschrieben. Die Stiftung hält ihre Zuschüsse überwiegend in längerfristigen Staatsanleihen bzw. in Diskontschatzbriefen – allein aus den (vom Staat bezahlten) Zinsen ersprießt jährlich ein Milliardenvermögen.
Das Portal vermutet einen Zusammenhang zwischen der Dotation und dem Mann, der die Stiftung leitete: István Stumpf war einst Kanzleramtsminister der ersten Orbán-Regierung, später Mitglied am Verfassungsgericht. Als Regierungsbeauftragter war er für den Modellwechsel der Hochschulen zuständig.
Wie 24.hu schreibt, erhält die Tokaj-Uni für den jährlichen Betrieb rund 2,1 Mrd. Forint vom Staat – die großzügige Vermögenszuwendung geschah somit nicht zu diesem Zweck. Zu den Geschenken an die Hochschule gehört auch ein zuvor staatliches Weingut, die Grand Tokaj Zrt., deren Weinstöcke fortan hochgeschulte Experten bewirtschaften dürfen. Nach einem Streit um die Person des Rektors trat Stumpf im Übrigen vor wenigen Wochen von seinem Amt zurück.
