Ministerpräsident Viktor Orbán zu den Chancen des Fidesz bei den Parlamentswahlen: „Wenn wir hart arbeiten, gewinnen wir.“ Fotos: Ministerpräsidentenamt/ Ákos Kaiser

Orbán über die Wahlen:

Eine gute und eine schlechte Nachricht

Der Ministerpräsident stellte ungewohnt offen in Aussicht, dass der Fidesz die Wahlen gewinnen, aber ebenso verlieren könne. Erst am Wahltag werde sich herausstellen, wer wie hart gearbeitet hat.
7. Februar 2026 16:10
Die EU-Zentrale arbeite so intensiv wie noch nie an einem Regierungswechsel, meinte Orbán.

Viktor Orbán war Gast beim Klubabend des Wochenmagazins „Mandiner“ am Mittwoch im Budapester Burggartenbasar. „Die gute Nachricht ist: Wenn wir hart arbeiten, gewinnen wir, wenn nicht, dann gewinnen wir nicht.“ Der Ministerpräsident meinte, seine Regierung habe ihre Wahlversprechen von 2022 sogar übererfüllt (bei der Steuerbefreiung für Mütter mit zwei Kindern und bei der 14. Rente), aber seit 2022 mische sich Brüssel ganz offen in die Innenpolitik ein. „Wir sind ihnen ein Dorn im Auge, denn sie spielen dort mit wachsendem Risiko, während sich Ungarn in den Weg stellt.“

Zum Frühstück verspeist

Aber wie sehr sich die EU-Zentrale auch anstrengt, einen Regierungswechsel in Budapest herbeizuführen, entscheide letztlich, wer seine Anhänger besser aktivieren kann. Um die seinen aufzurütteln, verwies Orbán auf das Renommee Ungarns in der Welt, weil es keine illegale Einwanderung duldet, den Gender-Wahn blockiert und nicht „Spielchen“ mit den Familien zulässt, denn „bei uns ist und bleibt der Vater ein Mann und die Mutter eine Frau“. Die Herausforderung 2026 für den Fidesz ergebe sich daraus, dass nicht länger die Frage sei, ob man die Opposition „zum Frühstück verspeist“, weil es nun darum gehe, dass einem die im Hintergrund agierenden, weit mächtigeren Kräfte nicht im Halse stecken bleiben.

Diese EU ist nicht mehr attraktiv

Deutlich sprach der Ministerpräsident aus, in den nächsten Jahren und Jahrzehnten sei es nicht erlaubt, noch irgendwelche Hoffnungen in die EU-Konstruktion zu stecken. Das sei seelisch schwer zu verdauen, aber die schwarzen Fakten seien Zensur, Kriegstreiberei, weit geöffnete Geldhähne für die Ukraine, die woke Erziehung der Kinder, illegale Einwanderer, mit einem Wort: „Das, was sie uns da anbieten, ist alles andere als attraktiv.“ Die Ungarn müssten selbst entscheiden, abgeleitet aus ihren nationalen Interessen. „Im April bestimmen wir über unsere Regierung, aber in Wirklichkeit stimmen wir über unser Schicksal ab.“

„Früher wollten wir so sein wie der Westen. Der ließ uns glauben, er sei moralisch überlegen, weil er das Gute verkörpere. Und zweifellos hatte der Westen das höhere Lebensniveau zu bieten. Aber heute ist der Westen kein Vorbild mehr. Die EU hat enorm an Gewicht in der Weltwirtschaft verloren und muss sich längst gegen High-Tech aus dem Osten schützen.“

Gelähmte UNO

Vielleicht noch härter viel Orbáns Kritik an der UNO aus. „Den Friedensrat von US-Präsident Donald Trump kann man bewerten, wie man will, aber er hat Recht damit, dass man etwas unternehmen muss, weil die alteingesessenen Institutionen versagt haben.“ Die UNO sei gelähmt und unfähig, internationale Konflikte zu glätten. In diesem Sinne riet der Ministerpräsident zu einer Abkehr „von traditionellen Auffassungen des internationalen Rechts“. Wir sollten uns lieber freuen, dass es Akteure gibt, die sich um eine Neuordnung der internationalen Beziehungen bemühen, auch wenn das nicht frei von Risiken sei.

4 Antworten auf “Eine gute und eine schlechte Nachricht

  1. “Zweifellos hatte der Westen das höhere Lebensniveau zu bieten. Aber heute ist der Westen kein Vorbild mehr.” Das halte ich für die Kernaussage, die es unters Volk zu bringen gilt.

    Leider lassen sich noch zu viele vom deutschen oder österreichischen Schein-Wohlstand blenden, der aber voll und ganz zu Lasten künftiger Generationen geht. Lieber den ehrlichen Spatz in der Hand als den kreditfinanzierten Falken im Taubengewand auf dem Dach, liebe Tisza-Sympathisanten! Eure Wahlentscheidung kann Euch sehr teuer zu stehen kommen.

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  2. Tatsächlich, der Westen mit den großen Staaten wie Deutschland, Frankreich, GB (kein EU-Mitgl.), Italien haben abgewirtschaftet. Besonders in Deutschland laufen täglich m e h r e r e Insolvenzen von namhaften Unternehmen.
    Wer soll denn für Ungarn Vorbild sein? Der Strompreis in D., der den Produktpreis entscheidend prägt, beträgt z.Z. 40 ct/kWh und der in Ungarn bei gering mehr als 10 ct/kWh !! Deutschlands Industrie ist seit Jahren u.a. nach Ungarn ausgewandert. Wer steht wirtschaftlich lukrativer da? Und ein solch bestens geführter Staat soll im April gegen einen Blender möglicherweise ausgetauscht werden, der bisher keinen e i n z i g e n Erfolg vorweisen kann? Wer fertigt die eigenartigen Wahl-Prognosen in Ungarn eigentlich an? Da stimmt was nicht!

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  3. Deutschland hat nichts schönes mehr an sich, ein gespaltenes Land, von linken Idioten regiert, vor denen man keine Ruhe mehr hat, jedenfalls sobald man etwas Öffentlich rechtliches einschaltet, also TV und Radio Propaganda ,wie zu Adolfs besten Zeiten. Nur hier auf dem Land, wo alle “Rechts” sind lässt es sich ertragen, aber der Traum vom Ausland bleibt. Und wirtschaftlich ist das Land am Ende, deshalb werden die Insolvenz Zahlen auch gerade nicht veröffentlicht. Die Gewalt explodiert und wird geleugnet, der Islam regiert bald hier.

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  4. Dafür das die westliche Wirtschaft und der Wohlstand so verwerflich sind, gibt es in Ungarn aber sehr viele westliche Unternehmen über deren Ansiedlung Ungarn recht stolz und zufrieden ist.
    Kann man immer wieder in der BZ lesen.

    Hat Herr Orban aber wohl vergessen.

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