József Finta hinterlässt ein beeindruckendes architektonisches Erbe, Schüler und Bewunderer. Foto: MTI/ János Marjai

Nachruf

Ein Stararchitekt, der nicht nur Budapest prägte

József Finta ist tot. Der Ehrenbürger von Budapest und hochdekorierte Preisträger starb am Sonntag im Alter von 88 Jahren.

Die Architekturlegende wurde zu Lebzeiten mit den höchsten staatlichen Auszeichnungen, u. a. dem Kossuth-Preis und dem Offizierskreuz des Verdienstordens, sowie mit den Architektur-Preisen Ybl- und Steindl-Preis geehrt. Zu seinen großartigen Bauwerken gehören das Kempinski Hotel Corvinus Budapest, das WestEnd City Center, das Bank Center und die Polizeizentrale in Budapest, das Aquasziget-Erlebnisbad in Esztergom, zahlreiche weitere Hotels und öffentliche Gebäude.

József Finta wurde am 12. Juni 1935 in Kolozsvár (heute: Cluj Napoca in Rumänien) geboren. Bereits im Alter von 30 Jahren erhielt er 1965 erstmals den Miklós Ybl-Preis für seine bahnbrechenden Arbeiten in Dunaújváros. Finta prägte über Jahrzehnte hinweg nicht nur die Budapester Skyline, sondern hinterlässt auch eine bleibende Spur in Städten wie Bratislava, Wien und Brno. Er galt als Architekt, der nie für den Augenblick plante, sondern stets nach zeitlosen Werten strebte. „Die Architektur betrachtete er als ein ernsthaftes Spiel, das nur mit kindlicher Seele ausgeübt werden kann“, heißt es im Nachruf „seines“ Finta-Studios. „Bis zuletzt war er von allem Neuen begeistert, während er ständig versuchte, das Bleibende und Zeitlose darin zu finden.“

Finta, der seit 1985 Mitglied der Akademie der Wissenschaften (MTA) und Verfasser mehrerer Fachbücher war, hinterlässt nicht nur ein beeindruckendes architektonisches Erbe, sondern auch zahlreiche Schüler und Bewunderer, weit über das Finta-Studio hinaus. Mit seinem Tod verliert Ungarn einen herausragenden Architekten und Künstler, dessen Einfluss über die Grenzen des Landes hinausreicht.

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