Nachwahlen

Ein Sieg ist für jeden dabei

An diesem Sonntag holten die Regierungsparteien und die Rechtsradikalen jeweils einen Sieg bei Nachwahlen.

Außerordentlich knapp ging die Nachwahl um ein Mandat in der Bürgerschaft von Budafok aus. Im 12. Stadtbezirk von Budapest war ein Stadtverordneter zurückgetreten; nur zwei Kandidaten der beiden großen politischen Lager bewarben sich um den Platz im Rathaus. Am Ende gaben zehn Stimmen den Ausschlag für die Kandidatin der Regierungsparteien, die ihre vom breiten Oppositionsbündnis ins Rennen geschickte Rivalin mit einem Prozentpunkt Vorsprung bezwingen konnte. Die Wahlbeteiligung lag unter 30%.

Márki-Zay kontra Gyurcsány

Ebenfalls am Sonntag gab der ehemalige Spitzenkandidat des Oppositionsbündnisses, Péter Márki-Zay, in Szentgotthárd bekannt, dass seine Bewegung „Ein Ungarn für alle“ (MMM) Kandidaten der DK bei Nachwahlen nicht mehr unterstützen wird. Der Grund sei, dass die DK von Ex-Ministerpräsident Ferenc Gyurcsány wiederholt eigene Kandidaten gegen die Kandidaten der Opposition antreten ließ. Mit diesem unlauteren Verhalten spiele man dem Fidesz in die Karten.

Márki-Zay wiederholte schwere Vorwürfe gegenüber dem früheren Regierungschef, der keine glaubwürdige Alternative zu Orbán bilde. Als Hauptargumente brachte der OB von Hódmezővásárhely an, so wie Orbán pflegte auch Gyurcsány eine enge Freundschaft zu Putin. Außerdem erwähnte Márki-Zay den Polizeiterror, mit dem die Gyurcsány-Regierung im Herbst 2006 Proteste in der Hauptstadt blutig unterdrückte. Die DK erinnerte in einer ersten Reaktion kurz und bündig, unter Spitzenkandidat Márki-Zay habe die Opposition dem Fidesz zum höchsten Wahlsieg aller Zeiten verholfen.

Mi Hazánk hält Bürgermeisteramt

Die Mi Hazánk konnte ebenfalls am Sonntag das Bürgermeisteramt in dem kleinen Ort Cserháthaláp (Komitat Nógrád) halten. Die Rechtsradikalen schickten kurzerhand die Ehefrau des vormaligen Bürgermeisters Dávid Dócs ins Rennen, der im April über die Landesliste der Mi Hazánk ins Parlament eingezogen war. Sie gewann mit mehr als 60% der Stimmen; ihr Mann hatte 2019 das Amt mit nahezu 80% der Stimmen verteidigen können.

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