Dynamit Nobel Defence
Panzerabwehrsystem RGW 110: Bald teilweise „made in Kiskunfélegyháza“. Foto: dn-defence.com

Dynamit Nobel Defence

Werk für Panzerfäuste und Reaktivpanzerung

Nach dem Lynx-Werk von Rheinmetall in Zalaegerszeg siedelt sich im Rahmen des Programms „Zrínyi 2026” ein weiteres deutsches Rüstungsunternehmen in Ungarn an. Am Dienstag unterzeichneten Michael Humbek, CEO von Dynamit Nobel Defence (DND), und Gáspár Maróth, Regierungsbeauftragter für Rüstungseinkäufe, eine Absichtserklärung über die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens und die Erweiterung eines bestehenden Rüstungsbetriebs in Kiskunfélegyháza.

Der neue Werkteil in Kiskunfélegyháza entsteht auf dem Gelände der Waffenfabrik der HM Arzenál Zrt. In der ersten Phase investiert Dynamit Nobel Defence zunächst rund 20 Mio. Euro. Später wird das Investitionsvolumen auf 100 Mio. Euro aufgestockt. Wahrscheinlich sei, dass nach dem Projekt in Kiskunfélegyháza die Produktionskapazitäten auch auf andere Standorte ausgedehnt werden.

In den ersten beiden Jahren erfolgt in Kiskunfélegyháza die Produktion von Reaktivpanzerung (Explosive Reactive Armor/ ERA). Innerhalb von fünf Jahren soll zudem die Komponentenfertigung der Panzerabwehrsysteme RGW nach Kiskunfélegyháza kommen. Neben Waffentechnik sollen in Ungarn auch Feuerlöschsysteme hergestellt werden.

Michael Humbek, CEO von Dynamit Nobel Defence (DND), und Gáspár Maróth, Regierungsbeauftragter für Rüstungseinkäufe bei der Vertragsunterzeichnung: Investitionsvolumen in Höhe von bis zu 100 Mio. Euro. (Foto: MTI/ Csaba Bús)

Maróth zufolge fiel die Standortwahl sehr bewusst auf Kiskunfélegyháza. Hier befindet sich nach Einschätzung von Experten eine der modernsten Waffenfabriken. Deswegen habe sich Dynamit Nobel Defence für die Zusammenarbeit mit Ungarn entschieden.

Immer mehr Unternehmen erkennen, dass Ungarn einen Platz in der internationalen Rüstungsindustrie nicht nur als Käufer, sondern auch als Hersteller hat. Ungarn gelangt in der Rüstungsindustrie mittlerweile in den Kreis, in den es dank deutscher Unternehmen in der Automobilindustrie bereits früher eingetreten ist.

Wurzeln gehen auf Alfred Nobel zurück

Michael Humbek betonte anschließend, dass DND seine Kapazitäten erweitern möchte. In Ungarn habe man den am besten geeigneten Partner gefunden. Auch dank der Unterstützung durch die ungarische Regierung. Wichtig sei auch das positive Investitionsumfeld gewesen.

Die Wurzeln des Unternehmens gehen auf den Schweden Alfred Nobel und seine gleichnamige, 1865 in Deutschland gegründete Firma zurück. Die Dynamit Nobel Defence GmbH (DND) ist ein mittelständisches Unternehmen. Es ging als eigenständige GmbH aus der Defence-Sparte der ehemaligen Dynamit Nobel AG hervor.

„Wir blicken zurück auf mehr als 60 Jahre erfolgreicher Entwicklung und Produktion von schultergestützten Mehrzweckwaffen. Unser Portfolio hat sich über die Jahrzehnte stark verbreitert. Heute umfasst es unter anderem folgende Produkte und Dienstleistungen: Panzerfaust 3, ganzheitliche Schutztechnologien für Landplattformen, Brandschutz für zivile und militärische Anwendungen, Testladungen, Umwelt- und Qualifikationsdienstleistungen sowie F+E in mehreren militärisch nutzbaren Technologiefeldern”, sagte Humbek.

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