Frustrierte Politiker des Linksbündnisses in der Wahlnacht: Klára Dobrev (M.), Ágnes Kunhalmi (M.l.) und Ferenc Gyurcsány (M.r.). Foto: MTI/ Zsolt Szigetvári

Linksbündnis

DK im Irrglauben

Von einem enttäuschenden Ergebnis sprach die Spitzenkandidatin des Linksbündnisses, Klára Dobrev, noch in der Wahlnacht.

„Wir glaubten, mit der von uns vertretenen Politik mehr Wähler für uns gewinnen, mehr Wähler überzeugen zu können“, sagte die Ehefrau von Ex-Ministerpräsident Ferenc Gyurcsány, die schon bislang im Europaparlament (EP) saß und sich als „Ministerpräsidentin“ einer Schatten-Regierung seit langem auf die Amtsübernahme nach dem geplanten Sturz der Orbán-Regierung vorbereitete. Ungarn werde im nächsten EP durch vier Formationen vertreten, von denen drei zum rechten Lager gehören. „Diese Kreise stellen sich Europa ganz anders vor als wir“, beklagte Dobrev. Dessen ungeachtet glaube sie weiterhin daran, dass nur ein starkes Europa Wohlstand für Ungarn bringen könne. Ein schwaches Europa sei für das Land geradewegs die Katastrophe.

Politische Landkarte neugezeichnet

Der DK-Chef Ferenc Gyurcsány ergriff selbst das Wort, um einzuräumen, dieser „lange Wahltag bis weit in die Nacht hat die politische Landkarte Ungarns erheblich neugezeichnet“. Die tieferen Ursachen müsse man erst einmal analysieren, um dann die richtigen Schlussfolgerungen ziehen zu können. Die enttäuschende Mandatszahl im EP werde ein wenig kompensiert durch mehr Bürgermeisterämter.

Linke wird es immer geben

Die Co-Vorsitzende der MSZP, Ágnes Kunhalmi, ergänzte, eine Linke werde es so wie in der Vergangenheit auch in Zukunft geben. Werte der Linken wie soziale Gerechtigkeit, Solidarität und verringerte soziale Unterschiede müssten von der Politik vertreten werden.

DK, MSZP und Párbeszéd konnten vereint nur 8% der Wähler für ihre Liste begeistern, was für zwei Mandate im nächsten Europaparlament reicht. Bevor die Tisza-Partei von Péter Magyar im Frühling auf die Bühne trat, wurde die DK noch bei knapp 20% gemessen.

Die Párbeszéd, deren Budapester OB Gergely Karácsony noch um die Wiederwahl bangen muss, verlor derweil ihren Fraktionsvorsitzenden im Parlament: Bence Tordai gab noch am Sonntagabend in den Sozialmedien bekannt, er trete aus der Partei aus und wolle fortan als „unabhängiger Grüner“ im Parlament tätig sein. Seinen Entschluss begründete er eben mit dem Linksbündnis, nachdem die Párbeszéd-Spitze auch bei den Parlamentswahlen 2026 auf einer Liste mit der DK antreten will. Für ihn sei dieses Bündnis kein Zusammenschluss, sondern eine Selbstaufgabe.

Ein Gedanke zu “DK im Irrglauben

  1. Diese Leute gehören zum Kanonenfutter in jene Regionen dieser Welt, wo Hass und Hetze zuhause sind. Aber ich erspare den Deutschen lieber diese Schande, denn sowas wie diese Gyurcsányesen hat kein Land verdient. Der Erfolg von Magyar hat zum Glück viel Positives wie den Zusammenbruch der Pseudolinken in Ungarn.

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