Gedenktag für die Opfer der Diktaturen
Die Tragödie des Ostens
Das sagte der Staatssekretär des Innenministeriums, Bence Rétvári, am Wochenende am Denkmal „Memento, 1945-56“ in Budapest. Anlass war der europäische Gedenktag für die Opfer totalitärer Diktaturen. Der Staatssekretär verwies auf aktuelle Bestrebungen, mit denen die Institution Familie ausgehöhlt wird, ein Internationalismus an die Stelle selbstbestimmter Nationen rücken soll und eine neue Ideologie konstruiert wird, um das Christentum als Identitätsquell der Europäer auszulöschen.
Kaum Bereitschaft im Westen
Die Diktaturen des 20. Jahrhunderts bauten auf Hass, der auf Rassen oder Klassen basierte. Während der ersten ungarischen Ratspräsidentschaft 2011 verabschiedete die EU den Beschluss, den 23. August zum Gedenktag zu erklären, als Mahnung an den Molotow-Ribbentrop-Pakt, der an jenem Tag des Jahres 1939 unterzeichnet wurde. „Es dauerte also bis ins Jahr 2011, ehe auf Gemeinschaftsebene auch jener Millionen Menschen gedacht werden konnte, die im Zeichen der kommunistischen Ideologie ihrer Zukunft beraubt, die eingekerkert und ermordet wurden.“ Rétvári verwies auf das gemeinsame Vorgehen Stalins und Hitlers zur Zerschlagung der souveränen Nationalstaaten, die nach dem Abschluss des Paktes auch ideologisch „ihre Reihen schlossen“.
Es sei überaus wichtig, dass nicht nur Ungarn, Polen oder Litauer der Schrecken des Kommunismus gedenken – diese Epoche müsse Teil des Geschichtsverständnisses von ganz Europa werden. „Heute sollen wir mit allen Tragödien Westeuropas mitfühlen, während der Westen kaum Bereitschaft zeigt, die Tragödie des Ostens zur Kenntnis zu nehmen.“ Ohne diese Bereitschaft aber könne der Westen die Ansprüche und Erwartungen des Ostens nicht wirklich verstehen. Der Staatssekretär warnte, nie wieder dürften in Europa mörderische Ideologien die Oberhand gewinnen, die sich über die Menschenwürde und die Souveränität der Nationen hinwegsetzen. „Wir glauben an ein Europa, in dem Familie und Nation als Werte respektiert werden.“
Abrechnung mit Kommunisten blieb aus
Eine Abrechnung wie mit den Nazis nach dem Zweiten Weltkrieg habe mit den kommunistischen Verbrechern nie stattgefunden, resümierte Rajmund Fekete, Direktor des Instituts für die Erforschung des Kommunismus. „Unsere Hoffnungen von 1989 wurden enttäuscht, weil der Welt Mut und Würde fehlten, um die Epoche des Kommunismus durch das Aufdecken und Verurteilen der Verbrechen ein für alle Mal zu beenden.“ Es brauchte mehr als zwei Jahrzehnte nach der politischen Wende, ehe die EU zugestand, dass die Menschen sich an einem offiziellen Gedenktag vor den Opfern der totalitären Diktaturen verneigen können. Doch sei dem Direktor nicht entgangen, dass die Westeuropäer diesen Respekt gegenüber den Opfern bis heute nicht teilen. Da die Ungarn beide unmenschlichen Systeme erleiden mussten und daher bestens wissen, was der Preis der Freiheit ist, fühlen sie Verantwortung, dem Westen Europas die Augen zu öffnen.

Der Westen und die EU sind doch auf dem besten Weg in den Kommunismus. Verbote, Hetze, Einschränkung der Redefreiheit. Digital Wahnsinns Act und so weiter. Klar will das Pack daran nicht erinnert werden.
“Der Westen und die EU sind doch auf dem besten Weg in den Kommunismus.”
Gehört Ungarn nicht zur EU?