Das Duell des Fidesz mit der Tisza-Partei bezeichnete László Toroczkai (Mi Hazánk) als Theaterinszenierung. Foto: MTI/ Zsolt Szigetvári

Nationalfeiertag

Die anderen Parteien im Schatten der Großen

Auch die sonstigen Oppositionsparteien gedachten am Wochenende der Ereignisse vom 15. März 1848.

„Unser größter Feind ist der Gleichmut“, den gelte es zu bezwingen, sagte László Toroczkai auf der Kundgebung der Mi Hazánk. Seine Partei befinde sich im Parlament in Opposition zu allen anderen Kräften, zu den linksliberalen Globalisten ebenso wie zur Zweidrittelmehrheit des Fidesz. Als kleine Partei könne man nach drei Jahren im Parlament auf „Schadensbegrenzungen“ verweisen, angefangen vom Schutz privater Brunnen vor einer Strafsteuer bis hin zur Bewahrung des Bargeldes, welcher Grundsatz in Kürze ins Grundgesetz gelangt. Die Rechte fordert auch weiterhin eine Entschädigung der Opfer der Corona-Politik, gleich ob diese wirtschaftliche, moralische oder gesundheitliche Schäden erlitten hätten, sowie den Austritt Ungarns aus der WHO. Das Duell des Fidesz mit der Tisza-Partei bezeichnete Toroczkai als Theaterinszenierung: der liberale Fidesz spiele sich als „national-radikal“ auf, das andere Lager empört sich über Korruption, von der man selbst profitierte, solange man in einem Boot mit dem Fidesz saß.

Konsens gebraucht

Die Jobbik sieht die Schaffung von Frieden und nationaler Einheit als die wichtigsten Aufgaben dieser Tage an. Damit das Land aufblühen könne, brauche es einen Konsens in den wichtigsten nationalen Fragen, betonte Parteichef Béla Adorján. Er kritisierte die Regierung, die es auf die Spaltung des Volkes anlege. Unter den Forderungen der 1848er hob er die Pressefreiheit hervor, was heute durch ein Verbot politischer Propaganda erreicht werden müsste. Der Mitterechtspolitiker warnte vor der Einflussnahme Russlands und davor, dass Nationen nicht nur durch Waffen, sondern auch mit Geld unterworfen werden können.

Geradewegs in den Abgrund?

„Nennen Sie es, wie Sie wollen, aber die Vereinigten Staaten von Europa werden kommen!“ – erklärte die Europaabgeordnete der DK, Klára Dobrev, beim Gedenken der DK. Die große Frage sei nur, ob die Ungarn dabei sein werden. Der Ministerpräsident führe das Land mit einem breiten Grinsen in den Abgrund, fundamentalistische Konservative machen gemeinsame Sache mit Multimilliardären, um eine Welt zu schaffen, in der die Stimme des kleinen Mannes nicht länger zählt. Für die Ehefrau von Ex-Ministerpräsident Ferenc Gyurcsány könne nur ein „starkes, geeintes, auf seine Staatsbürger Acht gebendes Europa“ die einfachen Menschen vor der Übermacht der Banken und Multis schützen.

Der bizarre Hausherr des Karmeliterklosters auf der Burg halte Ungarn gefangen, meinte der Vorsitzende der Satirepartei des zweischwänzigen Hundes (MKKP), Gergely Kovács. Viktor Orbán und der Fidesz verfolgten das Prinzip des „Teile und Herrsche“, um das Land weiter ausrauben zu können. Die Nation wolle ein besseres Gesundheitswesen, weniger Steuern und Korruption, dafür Durchschnittslöhne von 1 Mio. Forint im Monat. Die MKKP könne den Bürgern ein ewiges Leben, Freibier, eine Personalunion mit Kanada sowie Korruptionsgelder für alle versprechen. Leider habe sich der Fidesz die wichtigsten Punkte der Satirepartei zu eigen gemacht und verspreche das Blaue vom Himmel.

Die Satirepartei des zweischwänzigen Hundes „eroberte“ die Freiheitsbrücke. Foto: MTI/ Zoltán Balogh

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