Ministerpräsident Viktor Orbán: „Ein Blick genügt, um uns den Baumeister zu verraten.“ Foto: MTI/ Zoltán Fischer

Hungarikum

Der ungarische Antoni Gaudi

Das schönste Thermalbad der Welt steht in Makó. Und weil das so ist, ließ es sich der Ministerpräsident nicht nehmen, das modernisierte und erweiterte Hagymatikum am Sonntag persönlich wiederzueröffnen.

„In Ungarn gehört es zum Allgemeinwissen, die Architekten der berühmten Gebäude zu kennen. Bei den Bauwerken, die Imre Makovecz entworfen hat, ist das nicht nötig. Ein Blick genügt und verrät den Meister“, sagte Viktor Orbán an dem Thermalbad, das seinen Namen aus der berühmten Makó-Zwiebel (hagyma = Zwiebel) ableitet. „Es gibt nur zwei Architekten auf der Welt, deren Stil unverwechselbar ist. Was Antoni Gaudi für Barcelona war, das war Imre Makovecz für Makó.“

Der Ministerpräsident würdigte das Verdienst des früheren sozialistischen Bürgermeisters der Kleinstadt, Péter Buzás, der Makovecz Aufträge gab, als dieser nach der Wende – obgleich er mit dem Ungarn-Pavillon bei der Weltausstellung in Sevilla 1992 internationalen Ruf erlangt hatte – quasi arbeitslos war. Beginnend mit dem Kulturzentrum „Zwiebelhaus“ bis hin zum Komplex des Thermalbads konnte der Künstler ein Dutzend Aufträge in seiner Heimatstadt verwirklichen.

Der mit dem höchsten Architekturpreis „Miklós Ybl“ und dem Kossuth-Staatspreis geehrte Imre Makovecz verstarb 2011 kurz vor der Fertigstellung des Hagymatikum-Thermalbads. Das nach gut einem Jahrzehnt modernisierte Bad erhielt nun einen neuen Flügel mit Familien- und Erlebnisbad auf 2.500 m2. Das Bauprojekt kostete 12 Mrd. Forint (gut 30 Mio. Euro).

Foto: MTI/ Péter Lehoczky

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