Verteidigungsminister Kristóf Szalay-Bobrovniczky (l.) inspizierte vor dem Wochenende mit Armeechef Romulusz Ruszin-Szende Truppenübungen in Újdörögd. Foto: Verteidigungsministerium

Armee

Der Minister, brutto und netto

Ab September steigen die Bezüge der Soldaten um durchschnittlich ein Viertel.
5. September 2022 12:48

Verteidigungsminister Kristóf Szalay-Bobrovniczky verwies auf die erhöhten Belastungen der Armeeangehörigen infolge von Ukraine-Krieg und Migrationskrise, weshalb die Regierung eine zweistufige Anhebung der Bezüge beschloss.

In einem via Sozialmedien verbreiteten Videobeitrag erklärte der Minister, Soldaten würden an Stelle von bisher 280.000 Forint ab September 400.000 Forint verdienen, Soldaten mit Abitur sogar 415.000 Forint. Offenbar meinte Szalay-Bobrovniczky Nettobezüge, denn hinsichtlich der Unteroffiziere sagte er wörtlich, sie würden an Stelle von monatlich 421.000 Forint ab sofort 533.000 Forint mit nach Hause nehmen. Ein Leutnant erhält demnach am Anfang seiner Armeelaufbahn ab sofort 585.000 Forint (statt 468.000 Forint).

Möglicherweise hat sich der Verteidigungsminister, der vor seinem Wechsel in die Politik als Großinvestor in Erscheinung trat, aber einfach geirrt mit seiner Aussage. Auf einem Fachportal für Militärbelange fanden wir detaillierte Gehaltsangaben mit Stand vom Februar 2022, also unmittelbar vor Ausbruch des Ukraine-Krieges. Demnach bezog ein Soldat zu jener Zeit (jeweils gerundet) brutto 205.000 Forint oder netto 135.000 Forint, ein Unteroffizier 290.000 Forint, von denen er tatsächlich nur 195.000 Forint „mit nach Hause nimmt“, ein Leutnant brutto 345.000 Forint, wovon 230.000 Forint zur Bestreitung der Lebenshaltungskosten verbleiben.

Im Juli gab das Armeeportal iranyasereg.hu die Bezüge mit brutto 255.-300.000 Forint für Soldaten (in Abhängigkeit vom Abitur), mit 340.000 Forint für Unteroffiziere bzw. 415.000 Forint für Offiziere am Beginn ihrer Laufbahn an. Damit dürfte klar sein, dass der Verteidigungsminister tatsächlich von Bruttobezügen sprach, die ab dem 1. September gelten. Die zweite Stufe der durch die Regierung beschlossenen Anhebung der Bezüge greift im Übrigen erst ab Januar 2024.

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