Nachwahlen
Der letzte Gang dieses Jahres
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Die Hitze hielt viele Wähler vom Stimmengang ab, möglicherweise trug auch dieser Umstand zur größten Überraschung des Wochenendes bei. In Nagykőrös verlor nämlich der von den Regierungsparteien ins Rennen geschickte Kandidat gegen die parteilose Katalin Godó, die mit 55% der Stimmen souverän gewann und als unabhängige Kommunalpolitikerin in die Bürgerschaft der Kleinstadt im Dreieck Kecskemét-Szolnok-Cegléd einzieht.
In Oroszlány wiederum gewann erwartungsgemäß der Kandidat der vom linken Oppositionsbündnis unterstützten Lokalpatrioten: Unter vier Kandidaten reichten Domonkos Baráth knapp 50% der Stimmen. Hier schickte der Fidesz erst gar keinen Politiker ins Rennen, nachdem man in der Kleinstadt im Schatten von Tatabánya bei den Kommunalwahlen 2019 nur ein Direktmandat und drei Kompensationsmandate holen konnte; den Bürgermeister in Oroszlány stellen mit klarer Mehrheit die Lokalpatrioten.
Es waren die letzten Nachwahlen vor den nächsten regulären Kommunalwahlen, die am 9. Juni 2024 zusammen mit der Europawahl abgehalten werden. Die Regierung holte den Termin der Kommunalwahlen vom Herbst 2024 nach vorne, um in einem „Abwasch“ zwei Wahlen abzuhalten und damit Milliarden an Kosten einzusparen. Dennoch bleiben die Bürgermeister und ihre Bürgerschaften aber bis Oktober 2024 im Amt – das Grundgesetz verlangt, dass die Kommunalpolitiker ihr demokratisch erlangtes Mandat nach den ursprünglichen Bedingungen ausüben können. Die Opposition geißelt diese juristisch bizarre Situation.
