Foto: MTI/ Attila Kovács

Wälder

Demo gegen Kahlschlag

Die LMP protestierte am Freitagabend vor dem Landwirtschaftsministerium gegen eine Regierungsverordnung, die das Abholzen der Wälder erlaubt.
15. August 2022 10:00

An der Demo nahmen den Organisatoren zufolge 5.000 Personen teil.

„Hände weg von unseren Wäldern“, begann die Co-Vorsitzende der Grünen, Erzsébet Schmuck, ihre Rede. Sie forderte die Regierung auf, die Verordnung zurückzunehmen. Heute werden die Folgen des Klimawandels immer gravierender: Die zentralen und östlichen Teile des Landes sind bereits halb verödet, was durch diese Regierungsentscheidung noch verschärft werde. Schmuck betonte, dass die sechsfache Fläche von derzeit 2 Mio. ha heimischer Wälder benötigt würde, um Klimaneutralität zu erreichen. Mit den Maßnahmen der Regierung werden die Klimaziele sicherlich nicht erreicht.

Lóránt L. Keresztes, Vorsitzender des Ausschusses für nachhaltige Entwicklung des Parlaments, erklärte, dass es „um die Zukunft unserer Kinder und Enkel geht“. Er betonte, dass die Regierung mit den Konsequenzen ihres Handelns konfrontiert werden müsse, da das schändliche Abholzungsdekret einer Naturzerstörung gleichkomme. „Die Krisen überlagern sich bereits, und wir spüren die Auswirkungen des Klimawandels an unserer eigenen Haut“, meinte der Politiker. Die Regierung hat den Naturschutz in Ungarn abgeschafft. Gegen die Regierungsverordnung sind bereits Wissenschaftler, Naturschützer und Bürgermeister (auch der Regierungsparteien) Sturm gelaufen. Keresztes forderte Staatspräsidentin Katalin Novák auf, sich gegen die Vernichtung nationaler Werte einzusetzen.

Foto: MTI/ Attila Kovács

Der LMP-Fraktionsvorsitzende Péter Ungár erklärte, Klimawandel finde weltweit statt, dies sei nicht der Fehler von Viktor Orbán. Orbáns Fehler sei jedoch eine Regierung, die sich nicht auf die Veränderungen des Klimawandels vorbereite und nichts zur Linderung des Klimawandels tue. Demonstranten werden in nächster Zeit die Zerstörung der Natur, die Hunderttausende von Menschen empört, mit physischer Präsenz, mit Absperrungen und durch lokale Gruppen, die im ganzen Land gebildet werden, verhindern, kündigte Ungár an.

Ein Gedanke zu “Demo gegen Kahlschlag

  1. Absolut richtig! Ungarn darf nichts abholzen, sondern sollte täglich 1000 Bäume pflanzen. Die Politiker im Politbüro können das locker aus ihrer eigenen Gehaltstasche bezahlen. Am besten, sie weisen am Ende einer Legislaturperiode nach, wie viele sie gepflanzt haben.
    Zwar hat Ungarn viele kleine Nutzwälder, es steht aber zu befürchten, dass auch ein kleiner Einschlag von Bäumen zu einem großen wird. Also Finger weg von den Bäumen in dieser Krise. Das ganze ist auch ein Frage landschaftlicher Schönheit. Es geht nicht an, dass Budapest immer grandioser wird, der Osten und insbesondere der Südosten aber verkümmert.

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