Fidesz-Gedenken
Das „rote“ Csepel bereitete den Boden
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Der Parteivize des Fidesz, Szilárd Németh, setzte die Bluttat in einen Kontext mit der Welt des „roten Csepel“, wo politische Kreise der sozialistischen MSZP ihre Macht nach Art von Mafiastrukturen zu erhalten versuchten. Er leitete daraus die Schlussfolgerung ab, mit einem Wahlsieg des Fidesz schon 2006 in Csepel hätte der Doppelmord verhindert werden können.
Am 9. Januar 2009 wurden József Takács und László Papp in einer Grund- und Berufsschule in Csepel erschossen. Wie der Strafrechtler István Schubert in seinem Ende 2023 veröffentlichten Buch über den Doppelmord mit Fakten unterlegte, mussten der Leiter der Trägerstiftung und der Lehrer ihr Leben lassen, weil der Schuldirektor Gábor Deme viele Millionen veruntreut hatte. Takács leitete eine Untersuchung ein und wollte bereits die Polizei einschalten und den Direktor ablösen, als dieser ihn in eine Falle lockte.
Deme bat Takács für jenen Abend im Januar zu einem Gespräch, wo der Hausmeister Tamás Kun aus unmittelbarer Nähe mehrere Pistolenschüsse auf die beiden Opfer abgab. Der Direktor saß zum Zeitpunkt der Straftat als MSZP-Mitglied im Bildungsausschuss des Stadtbezirks Csepel und war gleichzeitig Mitglied im Finanzausschuss. Die Sozialisten schlossen ihn nach dem Bekanntwerden der brutalen Straftat aus der Partei aus.
Das Tafelgericht Budapest verurteilte den Doppelmörder Tamás Kun im April 2013 ebenso zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe ohne Chance auf vorzeitige Haftentlassung, wie jenen Gábor Deme, der aus Angst um seine Position zu der Bluttat angestiftet hatte.
