Krisenstab
Bürger achten aufeinander
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Der Landesrettungsdienst OMSZ verwies anhand aktueller Fälle aus Kutas und Kurd auf Kälteopfer in schlecht geheizten Wohnungen und bat die Bürger erneut, insbesondere bei allein lebenden Mitmenschen öfter nachzuschauen, ob alles in Ordnung sei. Die Polizei suchte allein am Freitag knapp 2.500 alleinlebende Bürger auf und konnte in rund einhundert Fällen Hilfe leisten. Wegen der anhaltenden Kälte mit eisigen Winden seien derzeit Obdachlose und gebrechliche Menschen, die sich draußen aufhalten, extrem gefährdet. Schon an den ersten zwei Tagen der Warnstufe „Code Rot“ gab es 420 Notrufe wegen Obdachlosen, unter denen mehr als 120 Personen in Sicherheit gebracht werden mussten. Vor dem Wochenende erreichte die Auslastung der Obdachlosenheime landesweit 88%.
Strom und Wasser weg
Am Wochenende kam es in zwei Dutzend Ortschaften in sechs Komitaten zu teilweise stundenlangen Stromausfällen, von denen rund 5.500 Haushalte betroffen waren. Allein in Bogyiszló im Komitat Tolna traf es mehr als 700 Haushalte. Der Landesverbrauch an Elektroenergie erreichte am Freitagmorgen einen historischen Rekord oberhalb von 8.000 MW. Die Zahl der Wohnungsbrände hat sich auf rund 50 pro Tag gegenüber einem „normalen“ Winter verdoppelt. Laut Feuerwehr ist die Brandursache gehäuft eine Überlastung des Stromnetzes im Haus. Veraltete Netze sind bereits gefährdet, wenn ein Wasserkocher und ein Heizstrahler gleichzeitig laufen. Am Freitag war in einem Dutzend Ortschaften mit mehr als 1.500 Haushalten, darunter in Siófok, die Wasserversorgung unterbrochen. In zwei Grundschulen und einem Gymnasium fiel der Unterricht aus, wegen Problemen mit der Heizung bzw. einem Wasserrohrbruch. Am Samstag ordneten die Direktoren von mehr als 50 Mittelschulen aus verschiedenen Gründen Unterrichtspausen bzw. Online-Unterricht an.
Feuerwehr im Dauereinsatz
Während der Neuschnee überschaubar blieb, sorgten Schneeverwehungen bzw. Eisregen im Südwesten erneut für Behinderungen im Straßen- und Schienenverkehr, MÁV und Volán meldeten zahlreiche Verspätungen sowie vereinzelt Ausfälle im Fahrplan. Am Samstag konnten noch immer sechs Orte nicht mit Volán-Bussen angefahren werden. Die Feuerwehr musste zahlreiche Fahrzeuge bergen, die in Straßengraben gerutscht waren oder zusammenprallten. Der Katastrophenschutz bat die Bürger in den durch Unwetterwarnungen betroffenen Gebieten erneut, private Fahrten mit dem Pkw nur im äußersten Notfall anzutreten.
