Századvég-Stiftung

Brüssel ungerecht gegenüber Ungarn

Statt die Gelder an Ungarn auszuzahlen, stellt Brüssel immer neue Bedingungen. Einer Mehrheit der von der Századvég-Stiftung Befragten zufolge geht die EU-Kommission ungerecht gegen Ungarn vor.
8. Dezember 2022 11:00

Noch am 30. November hatte die Kommission angekündigt, dass sie den ungarischen Wiederaufbauplan billigt und Ungarn die 5,8 Mrd. Euro auszahlt. Hinsichtlich der Kohäsionsgelder friert sie 7,5 Mrd. Euro ein und macht deren Auszahlung von „27 Supermeilensteinen“ abhängig, obgleich sich die Regierung im Zuge der Verhandlungen mit der EU zu einem 17-Punkte-Maßnahmenpaket verpflichtete. Die regierungsnahe Századvég-Stiftung befragte daraufhin im Dezember die Bürger, wie sie die Bestrebungen der ungarischen Regierung sehen.

Mehr als drei Viertel (79%) der Befragten haben demnach gehört, dass Brüssel die Auszahlung von EU-Geldern an Ungarn an Bedingungen geknüpft hat. Die Umfrage zeigt, dass 61% der Befragten der Meinung sind, die ungarische Regierung unternehme Anstrengungen, um die Bedingungen der Kommission zu erfüllen. 63% der Befragten waren darüber informiert, dass Brüssel nicht zufrieden mit den 17 ungarischen Verpflichtungen ist und weitere Bedingungen stellt. 57% der Befragten sind der Auffassung, dass Brüssel ungerecht vorgeht, 36% halten Brüssel für unfair.

4 Antworten auf “Brüssel ungerecht gegenüber Ungarn

  1. Eine solche Befragung in Nettozahlerländern wie Österreich, Niederlande, Deutschland oder Frankreich würde wohl andere Ergebnisse liefern.

    Wahrscheinlich wäre auch das Ergebnis in Ungarn anderes gewesen, wenn die Frage z.B. so gelautet hätte:
    Sollte die ungarische Regierung alles tun, um die Korruptionsbekämpfung in Ungarn zu verbessern und zu stärken?

    1. Das Wort “Korruption” hört Brüssel seit gestern gar nicht gerne.
      Der Skandal an der EU-Spitze mit der Vizepräsidentin des EU-Parlaments (Monatseinkommen ca. 15.000 Euro) lenkt die Aufmerksamkeit von Ungarn weg.
      Anlässlich der Medienberichte konnte man lesen, dass allein in Brüssel 65000 Mitarbeiter für die EU tätig sind. Da spielt Geld anscheinend keine Rolle.
      Irgendwie macht es mich auch traurig, weil das Vertrauen verloren geht. Reichen 15.000 Euro nicht für ein gutes Leben ?

      1. Es gibt immer Menschen, die den eigenen materiellen Wohlstand (und den ihrer Familie) über Anstand und Ehre stellen.
        Umso wichtiger sind rechtsstaatliche Strukturen, die dieses schändliche Verhalten aufdecken und verfolgen.

        Vertrauen ist erst dann verloren, wenn alle ahnen und wahrnehmen, dass Korruption herrscht, aber nichts gegen diese Korruption unternommen wird.

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