Ministerpräsident Viktor Orbán via Sozialmedien: „Wir verlängern die Preisstopp-Maßnahmen! Der Benzinpreis bleibt 480 Forint.“ Foto: Sozialmedien/ Viktor Orbán

Preisstopps

Bis 1. Oktober wie gehabt!

Die Regierung verlängert sämtliche Sozialmaßnahmen im Kampf gegen die Inflation.

Ministerpräsident Viktor Orbán informierte noch während der Sitzung des Kabinetts via Sozialmedien, die Preisdeckelung an den Tankstellen und für bestimmte Grundnahrungsmittel wird bis zum 1. Oktober verlängert, Kreditmoratorium und Zinsstopp haben bis zum Jahresende Bestand. Diese Regelungen waren ursprünglich bis zur Jahresmitte befristet. Mitte November 2021 wurde das Preisdiktat für Benzin und Dieselkraftstoff eingeführt. Anfang Februar folgte der Preisstopp für ausgewählte Lebensmittel wie Speiseöl, Mehl und Zucker. Mit der ersten Notstandslage in der Corona-Pandemie wurde Mitte März 2020 ein Kreditmoratorium verkündet, das seit dem vorigen November nur noch für die wirklich sozial schwächeren Haushalte gilt. Am 1. Januar dieses Jahres wurde diese Maßnahme um einen „Zinsstopp“ für Hypothekendarlehen ausgeweitet.

Weitere Details wird Kanzleramtsminister Gergely Gulyás auf der Regierungspressekonferenz am Freitagmorgen verraten.

7 Antworten auf “Bis 1. Oktober wie gehabt!

  1. Die scheinbar einfachste Lösung ist aber meist nicht die beste – und sie sorgt meist für weit größere Probleme.

    Um diese Subventionen finanzieren zu können, erhöht die Orban-Regierung Steuern und Abgaben, die die Unternehmen letztlich auf die Kunden abwälzen müssen. Folge: Inflation.

    Im Einzelhandel erfolgt natürlich eine Mischkalkulation. Die verlustbringenden Preisdiktate einiger Lebensmittel werden dann durch Preiserhöhungen der anderen Waren ausgeglichen. Folge: Inflation.

    Belastungen für Unternehmen bremsen ihre Investitionsmöglichkeit und -bereitschaft. Die Konjunktur wird gebremst und die Belastungen für den Staat werden steigen. Fidesz kalkuliert schließlich immer mit hohen Wachstumsraten.

    Unrentable Preise durch Preisdiktate führen zu Versorgungsmängeln und Unternehmensschließungen. Benzin erhält man schon jetzt an manchen Tankstellen nicht.

    Hohe Belastungen von Banken führen zu Einschränkungen bei der Kreditvergabe und Finanzierung von Unternehmen.

  2. Wieder und wieder zeigt sich, dass immer genau das Gegenteil von dem eintritt, was Herr H. und seine linksgrünfaschistischen Freunde vorhergesagt haben.
    Die ungarische Regierung schützt noch immer die ungarischen Familien so gut es geht in schwierigen Zeiten.
    Dass die zwangsläufige Erhöhung des Leitzinses nicht zu Lasten der kleinen Leute gehen darf und die Hypothekenzinsen für Privatleute vorerst bis Ende des Jahres eingefroren werden, ist vernünftig und in Europa Imho einmalig!

    1. Die ungarische Regierung schützt vor allem die Fahrer teurer und spritschluckender Karrossen und Besitzer großer Villen, denn deren Energieverbrauch ist sehr viel höher als der einer normalen Familie.
      Und wer bezahlt dafür?
      Eben die Familien, die letztlich die steigenden Preise ertragen müssen, die sich aus schwachem Forint und Sondersteuern ergeben.
      Während der Luxus-SUV-Fahrer seinen riesigen Tank mit subventioniertem Benzin füllt, weiß die Mutter nicht mehr, wie sie den Kindern neue Kleider kaufen soll.
      Während die Klimaanlage die riesige Villa mit verbilligtem Strom herunterkühlt, nimmt die ungarische Lehrerin einen Job als Sportartikelverkäuferin in Österreich an, wo sie in 3 Tagen pro Woche mehr verdient als im ungarischen Schuldienst.

      1. Armut wird immer gemessen am durchschnittlichen Lebensstandard im Land.
        Eine arme Familie in Deutschland hat mehr als eine arme Familie in Ungarn.
        Schauen Sie sich doch nur mal das Kindergeld an, das eine arme Familie mit 2 Kindern in Ungarn und in Deutschland bekommt.
        67€ erhält die ungarische Familie.
        438€ erhält die deutsche Familie.
        6mal so teuer ist das Leben in Deutschland nun auch nicht.
        Hinzu kommt, dass der ungarische Staat von der armen Familie 2,70€ und der deutsche Staat 1,90€ nimmt, wenn sie Kinderschuhe mit 10€ kaufen muss.

  3. Nun habe ich tatsächlich zum erstenmal einen Punkt gefunden, dem ich Ihnen zustimme. In der Tat sind die Lehrer an staatlichen Schulen völlig unterbezahlt. Das muss sich mittelfristig ändern.

    Was die Luxus-SUVs und die energieschluckenden Villen betrifft, so ist das Ungarns kleinstes Problem. So viele sind das ja nicht. Da gäbe es viele andere europäische Länder, in denen das eher zutrifft.

    1. Wenn die ungarische Gesellschaft einmal Volltanken mit 23.000 HUF unterstützt, aber gerade mal ein Kindergeld von 13.300 HUF pro Monat an Familien bezahlen kann, dann ist das eben doch ein ziemlich großes Problem.
      Sehen Sie sich zudem mal auf ungarischen Straßen um.
      So wenige teure Autos sind dort nicht unterwegs,

      Zudem muss man den Preis eines Autos auch immer im Verhältnis zum Einkommen sehen.
      Ein Auto für 40.000€ entspricht in Deutschland knapp einem Jahreseinkommen. In Ungarn wären dies mehr als 2 Jahreseinkommen.

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