Bildungsproteste
Die Lehrer sorgen sich weiter um ihren Lohn und die Qualität des Bildungswesens…

Bildungsproteste

Nur eine politische Angelegenheit?

Am Samstag protestierten einige hundert Menschen vor dem Innenministerium in Budapest für ein besseres Bildungswesen.
Bildungsproteste
…die Polizei verteilte derweil heißen Tee. Fotos: MTI/ Szilárd Koszticsák

Die Demonstranten forderten den Rücktritt von Innenminister Sándor Pintér, der auch für das Bildungsressort verantwortlich ist, und betonten, die von der Regierung zugesagte Gehaltserhöhung um 32% sei noch längst nicht sicher. Niemand dürfe mit der Existenz von anderen spielen, wie es die Regierung tat, indem sie die nötige Lohnkorrektur über Monate und Jahre verschleppte, um Brüssel den Schwarzen Peter zuzuschieben. Von Gewerkschaftsseite war derweil zu vernehmen, der Anstieg der Bezüge um ein knappes Drittel sei ihrer Ausdauer zu verdanken. Es ging aber bei den Protesten nie nur um die peinlich niedrigen Löhne, sondern um eine radikale Umgestaltung des ganzen Bildungswesens.

Staatssekretär: Nun zeigt sich ihr wahres Gesicht

Während die Polizei heißen Tee verteilte, echauffierte sich Staatssekretär Bence Rétvári in einer Pressemitteilung: „Heute haben die Organisatoren der Demonstrationen ihr wahres Gesicht gezeigt. Es geht ihnen gar nicht um den Lohn, sondern um politische Ziele.“ Nicht die Interessen der Pädagogen würden wahrgenommen, es ginge unverhohlen um Proteste gegen die Regierung. Hinter den Protesten stünden Schein-NGO des Soros-Netzwerks ebenso wie Alt-Kader der sozialistischen Partei.

Der Staatssekretär fuhr dann scharfe Geschütze der Statistiken auf, wonach sich zu allen Zeiten max. 5-7% der Lehrer an den Demonstrationen beteiligt hätten und weniger als 1% das neue Karrieremodell ablehnten. Den Fahrplan für die Lohnerhöhungen hätte die Regierung noch im Sommer 2022 beschlossen, diesen hätten einzig und allein die Linken behindert. Das seien die gleichen Linken, die zur Zeit der Weltwirtschaftskrise 2008/09 rund 15.000 Lehrer auf die Straße setzten.

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