Gesundheitswesen
Bestandsaufnahme des Ministers
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Experten diskutierten die Entwicklungsmöglichkeiten von Krankenhäusern, Innovations- und Digitalisierungsrichtungen sowie die Herausforderungen des Fachkräftemangels. Innenminister Sándor Pintér sprach über die Pläne zur Modernisierung des Gesundheitswesens. Ungarn verfüge über die Voraussetzungen, um die Gesundheitsversorgung an die europäische Spitze zu bringen. Dies erfordere jedoch ein einheitliches Qualitätsmanagement, die Zusammenarbeit aller Akteure und den flächendeckenden Einsatz digitaler Werkzeuge.
Er nannte drei priorisierte Ziele der Gesundheitspolitik: die Schaffung einer herausragenden Gesundheitsstruktur auf EU-Ebene, die Begleitung des gesamten Gesundheitslebenszyklus der Bürger und die Gewährleistung eines gleichberechtigten Zugangs zu qualitativ hochwertigen Leistungen. Pintér beurteilte die Leistungsfähigkeit des ungarischen Gesundheitswesens optimistisch. Die medizinische Ausbildung genieße internationale Anerkennung, die Universitäten seien bei ausländischen Studenten sehr beliebt. Der Minister berichtete über bedeutende Fortschritte im Bereich der Digitalisierung, mit den Beispielen elektronische Plattform für medizinische Dienstleistungen (EESZT) und Mobil-App „Gesundheitsfenster“.
Scharfe Kritik äußerte Pintér hinsichtlich der fehlenden Disziplin von Patienten bei Terminvereinbarungen. Viele würden zu vereinbarten Untersuchungen nicht erscheinen. Nachprüfungen ergaben besorgniserregende Ergebnisse in Bezug auf das Erscheinen der Ärzte im Dienst. 47% der 710 Krankenhausärzte in zehn Komitaten waren nicht an ihrer Arbeitsstelle „vorzufinden”. Bei der Überprüfung von 1.964 Polikliniken wurde festgestellt, dass in 53% der Fälle Patienten in der ersten halben Stunde und in 37% der Fälle in der letzten halben Stunde nicht behandelt wurden.
Im Bereich der Hausärzte räumte der Minister einen Fachkräftemangel und die Unterversorgung in bestimmten Gebieten ein. Als Lösung plant er die Einführung eines dreimonatigen Pflichtpraktikums. Im Zusammenhang mit der Reorganisation des Krankenhausmanagements kündigte Pintér ein kompetenzbasiertes Auswahlverfahren für Führungskräfte an. Die Managementleistung wird anhand von mehr als 30 Indikatoren bewertet. Auch die Finanzierung wird grundlegend verändert. Die Mittel des Systems werden im nächsten Jahr um 80 Mrd. Forint aufgestockt. Abschließend wies der Minister auf die wirtschaftlichen Auswirkungen der Förderung eines gesunden Lebensstils hin, denn eine höhere Lebenserwartung könne ein BIP-Wachstum von 1-1,5% bedeuten.
