Gulyás-Interview
Berechtigte Kritik an EU
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Im Interview mit dem TV-Sender ATV sprach Kanzleramtsminister Gergely Gulyás über die Akzeptanz der Corona-Impfungen, die EU sowie das Verhältnis zu den USA. Es sei kein einziger Tag während der Pandemie vergangen, an dem die Opposition nicht die Arbeit der Regierung und des Gesundheitswesens angegriffen hätte. Betrachte man die Sterberate, so stehe Ungarn auf einer Stufe mit Frankreich, Schweden und Kroatien, d. h. die Mitarbeiter des Gesundheitswesens leisten Gleiches wie in diesen Ländern. Deswegen seien die deutlichen Lohnerhöhungen für Ärzte ab dem 1. Januar begründet.
In einigen Bereichen des Lebens werden voraussichtlich Unterschiede zwischen Impfwilligen und Impfverweigerern gemacht. Gleichzeitig machte Gulyás darauf aufmerksam, dass die Impfung freiwillig sei; auch Unternehmen können ihre Mitarbeiter nicht dazu verpflichten.
Zur EU erklärte er, die Mitgliedschaft in der Gemeinschaft stand immer im Interesse der bürgerlichen Regierung Ungarns. Gleichzeitig gebe es allerdings sehr viele berechtigte Kritiken an der EU. Ungarn unterstütze alle Verordnungen und Maßnahmen der EU, um die europäischen Finanzinteressen zu schützen, gegen Korruption und Betrug aufzutreten. Unter dem Deckmäntelchen der Rechtsstaatlichkeit könne Brüssel jedoch nicht über Fragen in Kultur, Migration und Familienpolitik Ungarns entscheiden.
Ungarn gehört zu den Verbündeten der USA; deswegen zolle man jeder demokratischen Regierung Respekt und sei zur Zusammenarbeit bereit.
