Großinvestition
Angst vor Schwermetallen und Gastarbeitern
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Am vergangenen Mittwoch wurde offiziell bekannt, dass die Huayou Cobalt eine Kathodenfabrik errichten will. Das löste Proteststürme bei Bewohnern von Ács sowie der Nachbarorte Bana und Bábolna aus. Einer in den Sozialmedien ins Leben gerufenen geschlossenen Gruppe schlossen sich binnen weniger Tage mehr als 1.000 Personen an.
BASF investierte das Vierfache
Mit der Investition von 1,3 Mrd. Euro wollen die Chinesen 900 Arbeitsplätze in der Kleinstadt schaffen, die Protestbewegung sorgt sich aber um ihre Umwelt. Dabei erreichen die von Huayou geplanten Kapazitäten gerade mal ein Viertel des Volumens, das BASF in Schwarzheide konzentrierte. Dort entstehen Kathodenmaterialien für rund 400.000 vollelektrische Fahrzeuge im Jahr. Die deutsche Bundesregierung und das Land Brandenburg gaben 175 Mio. Euro an Investitionsbeihilfen.
Von Politik hintergangen
Die Bewohner von Ács fühlen sich von ihrem Bürgermeister und der Parlamentsabgeordneten des Wahlkreises hintergangen. Sie verweisen auf die gesundheitsschädigenden Schwermetalle Nickel, Mangan und Cobalt, die in der Batteriezellfertigung zur Verwendung gelangen. Die Protestbewegung fordert eine öffentliche Anhörung zu dem Thema, auf der die Politiker ins Kreuzverhör genommen werden. Diese hatten die Investition als solche bis zuletzt geheim gehalten bzw. bestritten, dass der Investor eine gesundheitsgefährdende Technologie verwendet. Sorgen bereite aber auch, dass die Arbeitnehmer zu einem Gutteil aus China oder anderen Drittstaaten eintreffen könnten.
