Orbán im Kossuth-Radio
„Ab jetzt geht es aufwärts“
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„Wir müssen bis zum Juni oder Juli kommenden Jahres aushalten“, machte sich Ministerpräsident Viktor Orbán die Ansicht von Experten zu eigen, wonach es früher kaum einen Impfstoff geben wird. Im üblichen Freitag-Interview für das Kossuth-Radio meinte er jedoch optimistisch, „wir haben sieben Monate hinter uns und sieben Monate vor uns, ab jetzt geht es also aufwärts“. Bei der Pandemieabwehr gehe es Ungarn hinsichtlich des Schutzes der Wirtschaft um Arbeitsplätze und Investitionen, die von Unternehmen und Familien getätigt werden. In diesem Sinne sei die auf 5% sinkende Mehrwertsteuer (ÁFA) für Neubauwohnungen – gepaart mit weiteren Maßnahmen, die dieser Tage angekündigt werden – nur eine logische Fortsetzung des Krisenmanagements.
Zur Kritik der Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments, Katarina Barley, merkte Orbán an: „Sobald die Linke jemanden als gefährlich ansieht, beginnt die Jagd“. Über ihn hätten die Kommunisten schon 1989 verbreitet, er sei im weißen Mercedes aus Oxford heimgekehrt. Es sei geradezu ein Reflex der Linken, die Rechte der Korruption zu beschuldigen. Dabei sei Korruption im deutschen Sprachraum weiter verbreitet, als in Ungarn. Er brauche nur auf Österreich zu schauen, oder auf die Deutschen mit ihren globalen Geldwäscheskandalen. Orbán schloss den Gedankengang mit der Konklusion, niemand sei ohne Fehler, aber der Westen sollte sich davon verabschieden, alle Mitteleuropäer per se als korrupt zu betrachten. George Soros kaufe reihenweise westliche Politiker.
