Nationalitätenpolitik
112 Schulen, mehr als 20.000 Kinder
Die Unterstützung für die in Ungarn ansässigen Volksgruppen wurde in den vergangenen Jahren versechsfacht, sagte Semjén am Dienstagnachmittag bei seiner jährlichen Anhörung vor dem Nationalitätenausschuss des Parlaments. Er betonte den verfassungsrechtlich verankerten Status der Nationalitäten in Ungarn. Diese gelten als staatstragende Faktoren und genießen Autonomie. Dies spiegele sich auch in konkreten Zahlen wider.
Während es 2010 nur zwölf Schulen der Volksgruppen gab, ist ihre Zahl inzwischen auf 112 gestiegen. Dort werden über 20.000 Kinder von rund 2.500 Lehrkräften unterrichtet. Insgesamt konnten 1.570 Projekte gefördert werden. Darüber hinaus erhalten Lehrkräfte, die den geförderten Volksgruppen angehören, einen Gehaltszuschlag von 40%.
Der Ausschussvorsitzende Imre Ritter, selbst Abgeordneter der Volksgruppen im Parlament, sprach über die wachsenden Ressourcen und die Selbstverwaltung. Er regte an, Fördergelder von allgemeinen Haushaltsstopps auszunehmen, um die Finanzierung der Projekte weiter sicherzustellen.
Auf Fragen von Abgeordneten ging Semjén konkret auf die Lage der Ukrainer ein. Die angespannten Beziehungen zwischen der Ukraine und Ungarn dürften die hier lebenden Ukrainer nicht belasten. Man müsse zwischen der etablierten ukrainischen Volksgruppe und den Kriegsflüchtlingen unterscheiden, da sie unterschiedliche Hilfe bräuchten. So sei der massive Bildungsbedarf an die Flüchtlinge gebunden und werde nach deren Rückkehr voraussichtlich nicht mehr in diesem Umfang fortbestehen. Davon unabhängig sicherte er dem ukrainischen Kulturzentrum seine Unterstützung zu.
