Das Foto zeigt Altmaier und Palkovics bei einem bilateralen Gespräch im Januar 2020 in Berlin.Foto: BMWi

Ungarn-Deutschland

Virus wertet wirtschaftliche Zusammenarbeit auf

Deutschland und Ungarn verbinden zahlreiche wirtschaftliche Beziehungen. Aufgrund der Erfahrungen der letzten Monate werden diese nun noch enger geknüpft, da deutsche Unternehmen zur Verkürzung der Lieferketten verstärkt mitteleuropäische Investitionsmöglichkeiten suchen, verlautete bei einer Videokonferenz zwischen Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (r.) und Innovationsminister László Palkovics zu den wirtschaftlichen Auswirkungen und Maßnahmen im Kontext der Corona-Pandemie sowie zur anstehenden deutschen EU-Ratspräsidentschaft.

Altmaier hatte bereits früher mehrmals eine Diversifizierung der Zulieferer und die Verkürzung der Lieferketten angeregt und betont, dass ein Teil der Kapazitäten von Asien nach Europa zurückgeholt werden müsse. Palkovics hob hervor, dass der in den zukunftsorientierten Branchen geplante Kooperationsrahmen durch die von Ministerpräsident Viktor Orbán und Bundeskanzlerin Angela Merkel angeregte Arbeitsgruppe für Innovation abgesteckt werde. Abgestimmte Maßnahmen und Projekte soll es in den Bereichen Business Development, Energiewirtschaft, Digitalisierung, F+E+I, Verkehr, Mobilität und Hochschulbildung geben. Trotz der vorübergehenden Einschränkungen durch die Corona-Pandemie nahm die Zusammenarbeit in den vergangenen Monaten konkrete Formen auf den Gebieten KI, Quanten- und Biotechnologie, Industrie 4.0 und Nutzung der Kapazitäten des ELI-ALPS Laserzentrums in Szeged an.

Die bilaterale Zusammenarbeit gewinne durch die EU-Ratspräsidentschaft Deutschlands im II. Halbjahr an Brisanz. Palkovics signalisierte, dass Ungarn die Regierung in Berlin unterstützen werde. „Es ist wichtig, dass wir in der EU solidarisch und gemeinsam handeln, damit wir die Folgen der Covid-19-Krise in Europa so schnell wie möglich überwinden. Die Bewältigung der wirtschaftlichen Folgen der Krise wird ein zentrales Thema der deutschen EU-Ratspräsidentschaft sein. Ziel ist es, den Wirtschaftsstandort EU zu neuer Stärke zu führen“, erklärte Altmaier.

Das bilaterale Handelsvolumen betrug 2019 knapp 55,8 Mrd. Euro. Die ungarischen Importe beliefen sich auf 27 Mrd. Euro, die Exporte auf 28,8 Mrd. Euro. Für Deutschland steht Ungarn auf Rang 14 der wichtigsten Handelspartner. Für Ungarn ist Deutschland der wichtigste Handelspartner und größter ausländischer Investor.

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