Foto: MTI / Tibor Illyés

Staatspräsident Áder

„Ungarn war und wird sein“

Am Donnerstag beging das Parlament den 100. Jahrestag des Friedensdiktats von Trianon mit einer Gedenkstunde. Aus Protest nahm die DK von Ex-Ministerpräsident Ferenc Gyurcsány an dieser Sitzung nicht teil.

„Die ungarische Nation war nicht nur, sie wird auch sein“, sagte Staatspräsident János Áder in seiner Ansprache. „Nach hundert Jahren, zwei Weltkriegen, geplagt von Trianon und Wirtschaftskrisen, nach einem mehr als vier Jahrzehnte andauernden kommunistisch-sozialistischen Irrweg, einer niedergeschlagenen Revolution und wiederholt drohenden Staatsbankrotten sind wir da und leben.“ Niemand dürfe den Ungarn das Recht absprechen, dafür zu arbeiten, dass die Grenzen der nationalen Seele nicht verrückt werden, wenn schon die geographischen Grenzen der Nation verschoben wurden. „Vor 100 Jahren trauerte Ungarn, weil kein einziger Ungar diese Verluste, diese Schmach verarbeiten konnte, diese zum Gesetz erhobene Gesetzlosigkeit.“

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Der Staatspräsident erinnerte an die ungleichen Gebiets- und Menschenverluste der Deutschen und Ungarn, die zeigten, dass das von US-Präsident Wilson verfolgte Prinzip von der Selbstbestimmung der Völker einzig im Falle Ungarns zu dessen Schaden angewandt wurde. Áder meinte zu den nie verstummenden Vorwürfen aus dem Ausland, wonach Ungarn bis heute nach einer Grenzrevision trachte, die Geschichte hätte Gelegenheiten zur Genüge geboten (den Sturz des Regimes in Rumänien, den Zerfall Jugoslawiens, der Sowjetunion und der Tschechoslowakei). „Wir bringen unseren Nachbarn und unseren Minderheiten Respekt entgegen, erwarten dies aber auch umgekehrt und für die in ihrem Lande lebenden Ungarn“, erklärte der Staatspräsident.

Die Gedenkfeier im Parlament war mit Fanfaren und dem Einzug historischer Flaggen eröffnet worden. Parlamentspräsident László Kövér (Fidesz) stellte die von Abgeordneten der Regierungsparteien eingereichte Politische Erklärung zum Schutz der nationalen Identität vor. Dieser müsste Bestandteil der universellen Menschenrechte werden. Die Zukunft der Ungarn sieht er nur dann in Sicherheit, wenn alle heutigen und künftigen Generationen verstehen, dass ihnen nur das gehört, was sie zu schützen imstande sind.

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