Mi Hazánk

Todesstrafe gefordert

Die rechtsradikale Mi Hazánk (Unsere Heimat) fordert die Wiederherstellung der Todesstrafe, um den Täter hinrichten zu lassen, der am Wochenende in der Innenstadt von Budapest bei einer Schlägerei zwei Jungen erstach. Der Vorsitzende der im Parlament vertretenen Partei, László Toroczkai, forderte die Regierung auf, sich bei den Entscheidungsgremien der EU in diesem Sinne stark zu machen. Sollten die EU auf ihrem Standpunkt beharren und die „außerordentlich liberalen Gesetze“ weiterhin Bestand haben, wäre es besser, wenn Ungarn die Gemeinschaft verlässt, fügte er hinzu. Toroczkai, der als Bürgermeister des Grenzortes Ásotthalom eine Bürgerwehr zum Aufspüren von illegalen Einwanderern aufstellte, befürchtet, „der brutale Schlächter“ könnte mit 30 Jahren bereits wieder auf freien Fuß gelangen und dann weitere Straftaten begehen. Zwar gibt es in Ungarn eine Strafe von tatsächlicher Lebenslänge, die aber nicht im Falle von Straftätern unter 20 Jahren angewendet werden darf.

Wie wir berichteten, löschte ein 18-Jähriger in der Nacht zum Freitag das Leben eines 16-Jährigen und eines 21-Jährigen aus – Täter und Opfer gehörten zu zwei größeren Gruppen, die unabhängig voneinander Geburtstag feierten (wobei neben Alkohol auch Drogen eine Rolle spielten), ehe sie aus noch ungeklärten Gründen in der Innenstadt aneinander gerieten. Allerdings war der 16-Jährige als Fußball-Hooligan ebenso polizeilich bekannt, wie der in einem Heim aufwachsende Zigeuner, der ihn und seinen Freund erstach. Diesen Hintergrund nimmt die Mi Hazánk zum Anlass, um am Donnerstag ab 18 Uhr vor dem Hauptsitz der Landesselbstverwaltung der Roma (ORÖ) in Budapest eine Gedenkfeier abzuhalten.

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