Digitaler Unterricht

Schwimmen auf dem Bügelbrett

Bereits mehr als 35.000 Menschen haben eine Petition unterschrieben, damit ein Sportlehrer wieder unterrichten darf, dem die Schulzentrale seine Gruppen entzog. Dem Mann wurde ein Video zum Verhängnis, in dem er den Kindern das Schwimmen in digitaler Form beizubringen versuchte – mit einer Aufnahme der Übungen direkt aus seinem Wohnzimmer, auf einem dafür bestens geeigneten Bügelbrett. Weitere Utensilien wie Sonnenbrille, Kniestrümpfe (als nachgeahmte Schwimmflossen) und eine Bierdose als Hinweis, dass nach dem Sporttreiben dem Körper ausreichend Flüssigkeit zugeführt werden muss, ließen das Video als Parodie erscheinen, wie schwer sich der digitale Unterricht am Computer bewerkstelligen lässt.

Die Lehraufsicht fand das Ganze aber nicht witzig, stellte den Lehrer unverzüglich vom „Unterrichten“ der Kinder frei und nötigte ihn dazu, täglich peinlich genaue Aufzeichnungen digitaler Sportübungen einzureichen – nur aus Schikane, denn Schüler bekamen diese ja nicht zu Gesicht. Als sich immer mehr Eltern über das Berufsverbot empörten, rechtfertigte die Aufsicht ihre Maßnahmen damit, der Mann hätte die Gesundheit der Kinder gefährdet, die sich beim „Schwimmen auf dem Bügelbrett“ leicht verletzen könnten. Schließlich trat der Leiter der regionalen Aufsichtsbehörde unter dem Druck der Öffentlichkeit mit Wirkung vom heutigen Montag zurück.

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