Die MTI-Graphik zeigt die Entwicklung der Nettodurchschnittslöhne (in Forint/Monat) seit 2005, in der Wettbewerbssphäre (rot) bzw. im Haushaltssektor (grün).

Lohnzuwächse

Real unter fünf Prozent

Das Zentralamt für Statistik (KSH) hat am Donnerstag erstmals Bruttodurchschnittslöhne für die ungarische Volkswirtschaft von mehr als 400.000 Forint ausgewiesen. Für die ersten drei Monate wurden im Schnitt 384.000 Forint ermittelt, was netto 255.000 Forint (725 Euro) bzw. einem Anstieg gegenüber dem Vorjahr um 9,1% entspricht. Das KSH betont selber, dass die Effekte der Corona-Krise in diesen Zahlen noch nicht wirklich zum Ausdruck kommen. Außerdem bezieht sich die Erhebung nur auf die 2,2 Mio. Vollzeitbeschäftigten bei Firmen mit mindestens 5 Mitarbeitern – aber gerade Selbständige und Mikrofirmen wurden durch die Krise besonders schwer getroffen. Bemerkenswert an der Statistik ist zudem, dass den Schwellenwert von 400.000 Forint brutto im Monat bestenfalls männliche Beschäftigte zwischen 25 und 54 Jahren erreichen, Frauen bringen es dagegen im Schnitt nur auf 350.000 Forint, Berufsanfänger unter 25 Jahren gar nur auf 285.000 Forint. Wenngleich die eingangs genannte Zahl nicht die Lebenslage der meisten Menschen widerspiegeln kann, erscheint doch aussagekräftig, dass die Reallöhne wegen der angeheizten Inflation im I. Quartal nur noch um 4,6% wuchsen.

Schreibe einen Kommentar