Leitzins

Noch ein Schnitt machbar

„Ich werde dem Währungsrat auf seiner Sitzung Ende Juli vorschlagen, den Leitzins ein zweites Mal um 15 Basispunkte zu senken.“ Diese verblüffende Erklärung gab der neue Vizepräsident der Ungarischen Nationalbank (MNB), Barnabás Virág, am Freitagmorgen im staatlichen Kossuth-Radio. Sollte es zu diesem Zinsschnitt auf 0,6% kommen, wäre dies jedoch die letzte Maßnahme in dieser Richtung, denn die MNB habe gewiss keinen Zinssenkungszyklus eingeleitet, betonte der Experte. Die Erwartungen der Marktakteure seien überspitzt, die MNB wolle „ausreichende Distanz zum Nullniveau“ halten. „Es gibt keine Option und keine Möglichkeit, unter diesen Zinssatz zu gehen“, sagte Virág.

MNB-Präsident György Matolcsy hatte nach dem überraschenden Schnitt um 15 Basispunkte in der vergangenen Woche noch unterstrichen, es werde keine Fortsetzung geben. Seit Mitte Mai war der Forint gegenüber dem Euro um mehr als zehn Einheiten unter 345 HUF/EUR erstarkt – diesem Trend bereitete die MNB mit ihrer Zinssenkung ein jähes Ende. Der Hinweis auf eine weitere Zinssenkung schwächte die einheimische Währung nur noch geringfügig, so dass sich der Wechselkurs nun wieder bei 355 HUF/EUR einpegelte.

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