Coronavirus

Hilft die Pflichtimpfung?

Am langen Pfingstwochenende wurden kaum noch neue Covid-19-Erkrankungen erfasst. Bislang haben sich offiziell knapp 3.900 Ungarn mit dem neuartigen Coronavirus infiziert, 527 starben daran. Nur jeder dritte der 1.200 aktiven Fälle wird klinisch behandelt, 25 Patienten sind an Beatmungsgeräte angeschlossen, gut 2.150 Ungarn gelten als geheilt. Jede siebte Infektion trifft Mitarbeiter des Gesundheitswesens; im einzigen Todesfall eines Krankenpflegers des Krankenhauses von Tatabánya ist die Todesursache aber noch nicht geklärt.

Experten der Semmelweis-Universität und des Zentrumskrankenhauses Süd-Pest für die Aufnahme von Corona-Patienten verweisen unterdessen auf eine mögliche Korrelation zwischen der BCG-Schutzimpfung gegen Tuberkulose und der Mortalitätsrate in den einzelnen Ländern mit divergierender Impfpraxis. Die These positiver Nebenwirkungen von Schutzimpfungen ist zwar alt, doch hat Ungarn im Kampf gegen das neuartige Coronavirus mit einem Testlauf begonnen, der durch das erstaunlich schnelle Abebben der Infektionswelle nun aber gefährdet ist. Hierzulande ist die BCG-Impfung seit 1954 obligatorisch, in Japan z. B. seit 1937, in Spanien und Frankreich aber wurden entsprechende Programme gestoppt, in Italien gab es nie eine Pflichtimpfung.

Schreibe einen Kommentar