Banküberfall von Mór

Frei nach 18 Jahren

Nach knapp 18 Jahren kam am Pfingstmontag jener Ede Kaiser frei, der für den folgenschwersten Banküberfall in der ungarischen Geschichte zu Unrecht verurteilt wurde. Am 9. Mai 2002 wurde die Filiale der Ersten Bank in der Kleinstadt Mór ausgeraubt; die skrupellosen Täter erbeuteten gerade mal 7,3 Mio. Forint, richteten jedoch ein Blutbad an, dem acht Menschen zum Opfer fielen. Die Tat erschütterte das Land, es wurde ein nationaler Trauertag abgehalten, die Polizei stand unter Druck, die Gangster zu fassen. Nacheinander wurden verschiedene bekannte Verbrecherpaare gefasst, Kaiser gelangte mit seinem Komplizen Hajdú im Juli in U-Haft. Belastet wurden die beiden von einem dritten Straftäter, der sich an früheren Raubzügen der Bande beteiligt hatte und nun das ausgesetzte Kopfgeld (immerhin 25 Mio. Forint) absahnen wollte. Obgleich die Angeklagten die Tat von Mór bestritten, wurden sie Ende 2004 abgeurteilt, das Urteil auf lebenslänglich für Kaiser erlangte ein Jahr später Rechtskraft. Nur durch einen Zufall kam 2007 die Wahrheit ans Licht: Ein Hobby-Archäologe fand mit einem Metalldetektor in einem Wald bei Mór Kugeln, die aus den Waffen stammten, mit denen die brutale Mordserie begangen worden war. Schließlich wurden auch die Tatwaffen und aufgrund von Mobilfunkdaten die eigentlichen Täter gefunden: László Nagy beging in Haft Selbstmord, Róbert Weiszdorn büßt seine Strafe seit dem Urteilsspruch von Ende 2010 für mindestens 40 Jahre ab. Kaiser wurde in der Sache natürlich rehabilitiert, weshalb sich sein Strafmaß für die vielen anderen Raubüberfälle auf 18 Jahre verringerte.

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