Coronavirus

Es gibt auch gute Nachrichten

Vor dem Wochenende häuften sich die guten Nachrichten im Zusammenhang mit der Bekämpfung des Coronavirus. So haben einheimische Forscher ein Medikament auf Eiweißbasis entwickelt, das für eine passive Immunisierung geeignet ist, indem es das Virus an der Zellbindung hindert. Obendrein kann der Wirkstoff das bereits in den Körper gelangte Virus neutralisieren. Die Phase klinischer Untersuchungen wird aber frühestens Ende 2021 anlaufen können.

Als Wirkstoff für ein Medikament zur Behandlung von Covid-19-Patienten könnte sich jenes Azelastin anbieten, das heute schon in (rezeptfreien) Nasensprays gegen allergische Beschwerden Verwendung findet. Zu dieser Erkenntnis sind Forscher der Universität Pécs (PTE) und der österreichischen Biotech-Firma Cebina gelangt. Die PTE hatte noch im Juni die Gründung eines Joint Ventures mit der Wiener Cebina GmbH zur Entwicklung eines Corona-Impfstoffes bekanntgemacht.

Derweil hat sich ein von der Femtonics Kft. zusammen mit der Semmelweis-Universität entwickeltes Beatmungsgerät in der Praxis bewährt, das seit einem Monat in der Klinik für Intensivtherapien der Uni zur Anwendung gelangt. Der Prototyp war bereits Ende März einsatzbereit; derzeit läuft die Patentanmeldung.

Die weiterhin bestehende Maskenpflicht wird unterdessen von den Bürgern immer weniger befolgt. Seit der Aufhebung der Notstandslage Mitte Juni kontrolliert niemand mehr die Einhaltung dieser Pflicht. Der für das Gesundheitswesen zuständige HR-Minister Miklós Kásler warnte am Wochenende auf Facebook, Ungarn stehe am Rande einer zweiten Infektionswelle. Bislang starben am Coronavirus knapp 600 Ungarn, im Ergebnis von 300.000 Tests wurde gerade mal bei 4.250 Personen die Infektion nachgewiesen. Von den rund 650 aktiven Infizierten werden weniger als 130 Personen in Kliniken behandelt, darunter nur noch 5 an Beatmungsgeräten. Die Zahl der täglichen Neuinfektionen hat sich im ersten Monat nach Lockerung der Bestimmungen nicht erhöht.

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