Die MTI-Grafik zeigt die Entwicklung der Erwerbslosenquote seit 2017, im Kreisdiagramm die Anzahl der Erwerbslosen (rot) und der Beschäftigten (grau, in Tsd. Personen).

Arbeitsmarkt

Erhöhte Erwerbslosigkeit

Die negativen wirtschaftlichen Effekte der Corona-Pandemie haben sich im Zeitraum Februar-­April nur teilweise, jedoch etwas markanter als früher in den Beschäftigungszahlen niedergeschlagen. In diesen drei Monaten wurden durchschnittlich 174.000 Erwerbslose registriert. Die Erwerbslosenquote lag damit bei 3,8%, geht aus den am Mittwoch veröffentlichten Daten des Zentralamts für Statistik (KSH) hervor.

Im März haben 56.000, im April 73.000 Personen ihren Arbeitsplatz verloren. Die Jugendarbeitslosigkeit der 15-25-Jährigen erhöhte sich im Februar-April um 0,4 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 11,2%. Ein Fünftel der Erwerbslosen gehört dieser Altersgruppe an. In der Altersgruppe der 25-54-Jährigen kletterte die Arbeitslosenquote ebenfalls um 0,4 Prozentpunkte auf 3,5%, während die Quote der 55-74-Jährigen praktisch unverändert bei 2,1% lag. Ein Viertel aller Erwerbslosen waren Langzeitarbeitslose.

Die Anzahl der Beschäftigten ist im Zeitraum Februar-April im Jahresvergleich um durchschnittlich 56.000 Personen (-1,2%) auf 4,436 Mio. gesunken. Im April schrumpfte die Beschäftigtenzahl zum Vormonat um 73.000, im Vergleich zum April 2019 gar um 136.000 Personen. Die Beschäftigungsquote der 15-64-Jährigen ist im Jahresvergleich um 0,7 Prozentpunkte, im Zeitraum Februar-April auf 69,2%, im April auf 68,1% gesunken.

Die Effekte der Corona-Pandemie sind auch in diesem Bereich spürbar, deswegen betrachtet die Regierung den Schutz der Arbeitsplätze als primäre Aufgabe. Dank verschiedener Förderungen und Kurzarbeitergeld konnten bislang knapp 250.000 Arbeitsplätze geschützt werden, erklärte Sándor Bodó, Staatssekretär für Beschäftigungspolitik im Technologieministerium. 2019 war die Anzahl der Beschäftigten auf 4,5 Mio. angestiegen, die Erwerbslosenquote auf 3,5% gesunken, damit befand sich Ungarn innerhalb der EU unter den Spitzenreitern. Um an diesen Erfolgen anzuknüpfen, stellte die Regierung den Aktionsplan zum Schutz der Wirtschaft auf und schichtet bis 2022 dafür mehr als 20% des BIP um.

Schreibe einen Kommentar