Notenbankpräsident

Eigenständige Geldpolitik der Schlüssel

Die drei tiefsten Krisen der letzten 50 Jahre für die europäische Integration haben gezeigt, dass der Schlüssel des Erfolgs in der eigenständigen Geldpolitik liegt. Diese These stellte Notenbankpräsident György Matolcsy in einem weiteren Beitrag für das Wirtschaftsportal novekedes.hu auf. Die Ölpreisexplosionen der 1970er Jahre hätten die Europäer – auch wenn sie das bis heute nicht zugeben wollen – nie mit einer Gemeinschaftswährung so gut bewältigt, wie das Deutschland mit seiner D-Mark, den Südeuropäern und den Skandinaviern gelang. Die Finanzkrise von 2008/09 konnten die USA in weniger als einem Jahr abschütteln, die EU aber hatte lange keine Antwort parat. Selbst das von der EZB mit vier Jahren Verspätung eingeleitete Krisenmanagement habe die Krise nicht gelöst, sondern bestenfalls niedergehalten, meint Matolcsy.

Die Covid-19-Pandemie brachte die dritte Krise; wo die Abwehr des Virus besser gelang, hat auch die Wirtschaft bessere Aussichten, schreibt er. Der MNB-Präsident sieht die besten Chancen für die EU-Länder außerhalb der Eurozone, erst recht wenn sie in der Lage zur gezielten Anwendung der Instrumente einer eigenständigen Geldpolitik sind.

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