Industrieproduktion

Drastischer Einbruch

Im April sank die Industrieproduktion aufgrund der veränderten Wirtschaftsprozesse infolge der Corona-Pandemie in unvorstellbarem Ausmaß: Im Jahresvergleich schrumpfte sie um 36,8%, den um Werktage bereinigten Daten nach um 36,6%, lautet die erste Schätzung des Zentralamts für Statistik (KSH) vom Freitag. Für Überraschung sorgten die schlechten Daten jedoch nicht, die Analysten hatten bereits prognostiziert, dass der Monat April der Tiefpunkt der Rezession sein wird, allerdings erwarteten sie lediglich einen Rückgang um ca. 20%. Im Vergleich zum März schrumpfte der Industrieausstoß den saisonal und um Werktage bereinigten Daten nach um 30,5%. In den ersten vier Monaten fiel die Industrieproduktion zum Vorjahr um 9,2% zurück.

Innerhalb des verarbeitenden Gewerbes erfolgte primär im Fahrzeugbau ein deutlicher Produktionsrückgang. Rückläufig war jedoch auch die Produktion von Computern, Elektronik, optischen Geräten bzw. Lebensmitteln, Getränken und Tabakprodukten. Über dem Durchschnitt lag der Ausstoß der Produktion der Pharmaindustrie. Der deutliche Absturz der Industrie hängt eng mit den starken Beschränkungsmaßnahmen und Produktionsstopps aufgrund der Corona-Pandemie in Ungarn und ganz Europa zusammen. Die Produktion in zahlreichen Werken wurde ausgesetzt oder gedrosselt. Einerseits mussten die Abstands- und hygienischen Regeln eingehalten werden, andererseits schrumpfte die interne und externe Nachfrage auf ein Minimum.

In den kommenden Monaten erwarten die Analysten bereits deutlich bessere Daten als im April. Im Mai wurden die Beschränkungen bereits teilweise gelockert und die Wirtschaft hochgefahren. Im Jahresvergleich wird dennoch ein deutliches Minus zu spüren sein. Obgleich der Monatsrückgang im April höher als in der schlimmsten Zeit der Weltwirtschaftskrise 2008/09 ausfiel, wird die Krise nun nicht so lange anhalten wie damals. Darauf verweise auch der Einkaufsmanagerindex, der im Mai schon wieder von günstigeren Aussichten als in den vorangegangenen Monaten zeugte. Nach der Belebung im II. Halbjahr könnte das Vor-Corona-Niveau bereits Anfang 2021 erreicht werden, verlautete aus dem Innovationsministerium.

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