Foto: MTI/ Noémi Bruzák

Parlament

Der Slowakei gratuliert

Am Montag stellte sich Ministerpräsident Viktor Orbán im Parlament den Fragen der Opposition. Zu Kritiken an der Regierungsarbeit bei der Corona-Abwehr merkte er an, man habe schon bislang 1,062 Mio. Menschen geholfen und insgesamt 2.100 Mrd. Forint in der Wirtschaft belassen. Er verglich die knapp 500 einheimischen Todesopfer mit den 36.000 Toten in Großbritannien, aber auch den 8.000 Corona-Opfern in Deutschland und den 640 Opfern in Österreich. Als die Opposition anmerkte, in der Slowakei starben nur 28 Menschen am Virus, sagte Orbán, er gratuliere der Slowakei, „denn mit großer Wahrscheinlichkeit haben sie die Abwehr noch besser organisiert als wir“.

Die Opposition wollte von Orbán auch wissen, ob er seinen für das Gesundheitswesen zuständigen Minister entlassen wird. Schließlich habe Kásler 32.000 Klinikbetten unnötig räumen lassen und damit mehrere tausend Schwerkranke in die Ungewissheit entlassen, von denen mehrere verstarben. Der Premier meinte dazu, diese Frage könnte der Minister selbst beantworten. HR-Minister Miklós Kásler verteidigte sich erneut mit dem Hinweis auf seine erfolgreiche Tätigkeit als Mediziner, der sein ganzes Leben darauf gesetzt habe, andere Menschenleben zu retten. „Noch in Zeiten eines beispiellosen nationalen Zusammenschlusses gibt es jedoch Leute, die ihre grundlegendsten Aufgaben versäumen und sich nicht um ihre Mitbürger kümmern“, sagte er in Bezug auf die Zustände im Altenheim in der Pesti út, wo allein mehr als 300 Infektionen registriert wurden. In den Altenheimen der Hauptstadt steckte sich jeder 10. Bewohner an, und jedes 6. Corona-Todesopfer lebte in einem solchen Heim.

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