Die MTI-Graphik zeigt die Entwicklung der Erwerbslosenquote (in %) seit 2017 sowie die aktuelle Zahl der Beschäftigten und Erwerbslosen (im Kreisdiagramm, in Tsd. Personen).

Arbeitsmarkt 1.

Bemerkenswerte Daten

Das Zentralamt für Statistik (KSH) hat am Montagmorgen bemerkenswerte Arbeitsmarktdaten vorgestellt. Für den Zeitraum März-Mai landete die Beschäftigungsquote mit 68,6% auf einem nahezu dreijährigen Tiefpunkt. Im Durchschnitt dieser drei Monate wurden 4,4 Mio. Vollzeitbeschäftigte gezählt. Diese gerundete Zahl traf auch für den Monat Mai zu, was 135.000 Beschäftigte weniger als vor einem Jahr, aber immerhin schon wieder 30.000 Beschäftigte mehr als im Monat April bedeutete. Laut Schätzung des KSH hatten über die drei Corona-Monate März-Mai im Vergleich zum Vorjahr knapp 100.000 Menschen weniger Arbeit, darunter die Hälfte am primären Arbeitsmarkt und jeweils ein Viertel weniger in öffentlichen Arbeitsprogrammen bzw. im Ausland.

Die ebenfalls nur als Schätzung nach ILO-Standard ermittelte Erwerbslosenquote ist im Zeitraum März-Mai auf 4,1% hochgeschnellt und damit bereits nahezu einen Prozentpunkt vom historischen Tief aus dem Herbst 2019 entfernt. Gegenüber dem identischen Vorjahreszeitraum nahm insbesondere die Jugendarbeitslosigkeit zu; mittlerweile ist wieder jeder Achte unter 25 Jahren ohne stabilen Job. Erstaunlich mutet in der Statistik an, dass die älteren Arbeitnehmer offenbar krisenfeste Anstellungen haben: Laut KSH soll es gerade mal 20.000 Ungarn ab 55 Jahren geben, die gerne arbeiten würden, wenn sie denn eine Arbeit fänden. Die aktuelle Arbeitslosenzahl der bei den Arbeitsämtern registrierten Personen auf Jobsuche umfasste Ende Mai landesweit übrigens 363.000 Menschen, 43% mehr, als noch vor einem Jahr! Zudem meldeten die Ämter 30.000 Arbeitslose mehr, als im Vormonat, was halbwegs im Widerspruch zur obigen KSH-Schätzung der Vollzeitbeschäftigten steht.

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