Michelin-Restaurantführer
Zwei Sterne in Tata und Budapest
Das konnte nicht früher geschehen, weil der hiesige Michelin Guide bislang auf die Hauptstadt beschränkt blieb, die Tester des französischen Restaurantführers also nur Werturteile über empfehlenswerte Restaurants in Budapest wagten. Nun haben sie ihre Fühler erstmals über die Stadtmauern hinaus ausgestreckt und wurden westlich der Hauptstadt fündig: Das „42“ in Esztergom erhielt einen Stern, das „Platán“ in Tata auf Anhieb zwei Sterne. Budapest verfügt wie gehabt über sechs Restaurants, die „einen Stopp wert“ sind, weil „die Küche voller Finesse“ steckt. Es sind dies: Bábel, Borkonyha, Costes, Essencia, Rumour und SALT.

Die nach den Sternen greifen
Da der französische Reifenhersteller Michelin seinen Restaurantführer ursprünglich logischerweise für Autoreisende anlegte, verteilt dieser die Sterne nach einem überaus relevanten Kriterium für Autofahrer: Für einen Stern lohnt es sich anzuhalten, für zwei Sterne darf man gerne auch einen Umweg in Kauf nehmen, die „einzigartige Küche“ der drei Sterne-Restaurants ist derweil schon an sich „eine Reise wert“. Wenngleich Ungarns Restaurantlandschaft in den letzten Jahren enorme Fortschritte machen konnte und sicher auch abseits der von Michelin-Testern aufgesuchten Plätze an immer mehr Orten eine „überdurchschnittlich gute Küche“ angeboten wird, gibt es weiterhin keine einzige Empfehlung, ein hiesiges Spitzenrestaurant in den Mittelpunkt einer Reise zu stellen.
Da lohnt ein Abstecher
Das „Stand“ in Budapest mit der Schauküche von Tamás Széll und Szabina Szulló ist dem französischen Restaurantführer aber immerhin einen Umweg wert. Dafür braucht man dank der Lage im Stadtzentrum von Budapest, im Dreieck mit Basilika und Opernhaus aber nicht einmal ein Auto. Reisende auf der Strecke Budapest-Wien könnten derweil die zwei Sterne im Auge behalten, wenn sie demnächst einen Abstecher nach Tata wagen. Dieser Umweg lohnt sich natürlich auch wegen des reizvollen Ambientes am „Alten See“ (Tatai Öreg-tó) mit der Burganlage und dem Vogelschutzgebiet, wo sich ein Spaziergang vor oder nach einem gediegenen Mahl eigentlich von selbst versteht. Im „Platán“ erwartet das Team von Küchenchef István Pesti seine Gäste, die ihren Hunger auf die genussvolle Weise stillen wollen.

Bei Preis-Leistung ganz vorne
Wer beim Restaurantbesuch das Preis-Leistungs-Verhältnis ins Kalkül zieht, dem empfiehlt der aktualisierte Michelin für Ungarn die folgenden Restaurants: Anyukám mondta (in Encs), Casa Christa (Balatonszőlős), Kistücsök (Balatonszemes), Macok (Eger), Mór24 und Sparhelt (beide in Balatonfüred). Sonderpreise wurden in diesem Jahr für den besten Service an Flóra und Ferenc Kvasznicza vom „Pajta“ in Őriszentpéter, für den besten Sommelier an Tamás Langó vom „Clarisse“ im BOTANIQ-Schloss Tura und für den besten Nachwuchs-Küchenchef an János Mizsei vom Budapester „Mák“ vergeben.

